Landwirtschaftsministerium

Neue Jagdmethoden gegen Wildschweinplage

München - Wildschweine fühlen sich mittlerweile sauwohl in Bayern. Mit neuen Jagdmethoden wollen Jäger und Landwirten den vielen Tieren her werden.

Die Zahl der Wildschweine in Bayern sagt rasant. Landwirte klagen über durchpflügte Felder, das Risiko für Autofahrer wächst. Wildschweine profitieren von milden Wintern und einem großen Nahrungsangebot in den Wäldern. Auf der Suche nach Essbarem machen die Tiere auch vor den Städten nicht mehr Halt. In Augsburg hielten mehrere Wildscheinrotten in den vergangenen Wochen Polizei und Feuerwehr auf Trab. Dabei wurden auch Passanten verletzt.

„Mit herkömmlichen Methoden allein werden wir das Problem nicht lösen“, sagte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) am Freitag bei einer Diskussionsrunde mit Jägern und Landwirten in München. Deshalb will er neue Jagdmethoden prüfen.

Eine Möglichkeit könne das Jagen mit Nachtzielgeräten sein, damit die Jäger die Tiere auch bei Dunkelheit besser erkennen können. Bislang ist diese Technik verboten. Auch revierübergreifendes Jagen mit Hunden und Treibern könne helfen. 

Für den Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, Jürgen Vocke, ist klar: Um die Wildschweinpopulation einzudämmen, muss die Jagd attraktiver werden. „Bei uns wird viel geredet, aber wenig getan“, sagte Vocke. Der Staat könne zum Beispiel Gebühren für die Untersuchung erlegter Tiere erlassen oder sich um die Erhaltung von Schießständen kümmern. Er gab zu Bedenken: „Unsere Jäger haben normale Berufe - die können nicht Tag und Nacht die Felder bewachen.“

Auch Bauernverbandspräsident Walter Heidl hat seine Unterstützung zugesagt. Er will die Zusammenarbeit mit den Jägern verstärken. Die Landwirte seien bereit, Jagdschneisen in ihre Felder zu integrieren oder einen Grünstreifen zwischen Waldrand und Feld zu lassen, um den Jägern die Arbeit zu erleichtern.

Zuletzt erlegten die Jäger im Freistaat rund 68 000 Tiere im Jahr - mehr als je zuvor. Bis zum Beginn des nächsten Jagdjahres im Frühjahr 2015 will Brunner einen Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen vorlegen.

dpa

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