Personeller Engpass

Neue Querelen um Notarzt-Vergütung in Bayern

München - Der Streit um die Bezahlung der Notärzte in Bayern sorgt weiter für Unmut bei einzelnen Medizinern.

Am vergangenen Freitag waren zwei Notarztwagen in Augsburg mehrere Stunden lang nicht besetzt, weil sich keine Ärzte fanden, die in den Dienst hätten eingeteilt werden können, bestätigte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB). In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kann ein Wagen von 16 Uhr bis 7:30 nicht besetzt werden. Der personelle Engpass führe aber nicht zu Problemen in der Versorgung von Patienten, sagte ein KVB-Sprecher am Mittwoch.

Hintergrund ist ein Streit über die Vergütung der Notärzte. Zum Jahreswechsel haben sich die Regeln für die Bezahlung deutlich verändert. Ziel ist es, Notarztdienste in ländlichen Regionen finanziell attraktiver zu machen. In Ballungszentren hingegen kann die Bezahlung spürbar sinken. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) könnte an 178 Notarzt-Standorten die Vergütung im Schnitt um 26 Prozent steigen, während sie an 48 Standorten um durchschnittlich knapp 16 Prozent zurückgehen könnte. In Augsburg beispielsweise werde ein 24-Stunden-Dienst jetzt mit rund 1000 Euro vergütet, vorher seien es 1400 Euro gewesen, heißt es von der KVB. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Verdiensteinbußen von Notärzten auf maximal 15 Prozent zu begrenzen.

Insgesamt ist der Topf, den die Krankenkassen für die Notarztdienste bereitstellen, in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent gewachsen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte, Peter Sefrin, sieht deswegen die Entwicklung in Augsburg als „besondere Eskalation“. Er hoffe, dass solche Engpässe eine Ausnahme blieben, sagte Sefrin. Die Vergütung der Notärzte sei über Jahre hinweg nicht angehoben worden, deswegen bestehe auch nach der jetzigen Aufstockung weiterhin Nachholbedarf, erklärte der Berufsverbands-Chef.

Die KVB betonte gleichzeitig, von einem allgemeinen Personalmangel bei Notärzten könne nicht die Rede sein. In Großstädten wie München würden Wartelisten geführt, weil es deutlich mehr Interessenten gebe, als für den Notdienst gebraucht würden.

dpa

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