Gut 70 Seiten Anträge

NKD-Prozess stockt erneut

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Der Angeklagte vor Gericht.

Hof - Im Untreue-Prozess gegen einen ehemaligen Manager des Textildiscounters NKD ist der Angeklagte weiterhin nicht zu Wort gekommen. Die Verteidigung verlas am zweiten Verhandlungstag gut 70 Seiten Anträge.

Der Untreue-Prozess gegen einen ehemaligen Manager des Textildiscounters NKD ist am Mittwoch erneut ins Stocken geraten. Die Verteidigung stellte am zweiten Verhandlungstag vor der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Hof mehrere Befangenheitsanträge.

Die Verteidigung lehnte zu Beginn der Verhandlung den Vorsitzenden Richter wegen Befangenheit ab. Er hatte beim Prozessauftakt vor einer Woche den Pflichtverteidiger des Managers nach einem Eklat von seiner Aufgabe entbunden: Der Anwalt war aus Protest aus dem Gerichtssaal gegangen, weil er nicht noch vor Verlesung der Anklage mehrere Anträge stellen durfte. Die Anklageschrift wurde deshalb am Mittwoch erneut verlesen. Der 37 Jahre alte Manager und ein ehemaliger Prokurist sollen das oberfränkische Unternehmen mit Sitz in Bindlach bei Bayreuth mit gefälschten Rechnungen um 3,7 Millionen Euro geprellt haben.

Der zweite Pflichtverteidiger Tobias Liebau stellte am Mittwoch einen weiteren Befangenheitsantrag gegen einen Richter, der über einen anderen Antrag in dem Prozess entscheiden soll. Der Richter soll sich in seiner Eigenschaft als Pressesprecher des Landgerichts in einem Fernsehinterview kritisch über den bisherigen Anwalt des Managers geäußert haben.

Zugleich wurde die Einstellung des Verfahrens und die Aufhebung des Haftbefehls gegen den Manager beantragt. Die Verteidigung begründete dies mit Fehlern in der Anklageschrift. Außerdem sei nur eine unvollständige Akteneinsicht im Vorfeld des Prozesses möglich gewesen.

dpa

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