Ex-OB-Kandidat muss hinter Gitter

+
Zu einer viereinhalbjährigen Gefängnisstrafe wurde der ehemalige CSU-Politiker Uwe Kass verurteilt.

Regensburg - Er versprach einem Geschäftsmann eine 100-Prozent-Rendite bei einer Geldanlage und prellte ihn so um drei Millionen Euro. Dafür ist der ehemalige OB-Kandidat Uwe Kass verurteilt worden.

Der ehemalige Schwandorfer CSU-Oberbürgermeisterkandidat Uwe Kass ist am Freitag vom Landgericht Regensburg zu einer viereinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der 46 Jahre alte frühere Steuerberater hatte zugegeben, einen Geschäftsmann um drei Millionen Euro geprellt zu haben. Die Strafkammer verurteilte Kass wegen mehrerer Betrugsfälle mit Urkundenfälschung.

Mit dem Schuldspruch bewegten sich die Richter in der Mitte zwischen den Anträgen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft, die sich für vier beziehungsweise fünf Jahre Haft ausgesprochen hatten. Beide Seiten verzichteten auf Rechtsmittel, so dass der Schuldspruch sofort gültig wurde.

2008 verschwand Kass plötzlich spurlos

Bei der Kommunalwahl 2008 war Kass in Schwandorf Spitzenkandidat der Christsozialen, musste sich in der oberpfälzischen Kreisstadt aber dem amtierenden SPD-Oberbürgermeister geschlagen geben. Kurze Zeit später verschwand der stadtbekannte Politiker spurlos. Drei Jahre lang suchten Zielfahnder des LKA den Steuerberater mit internationalem Haftbefehl auch im Ausland nach Kass. Im Sommer 2011 wurde er schließlich in Düsseldorf festgenommen.

Lesen Sie dazu auch:

Millionenbetrug: Ex-OB-Kandidat soll hinter Gitter

Die Verteidiger hatten den Betrug zum Prozessauftakt mit den hohen Schulden erklärt, die Kass wegen des Kaufs einer Steuerkanzlei in München aufgetürmt hatte. Kass habe sich finanziell übernommen, sagte einer der Anwälte. Um an ein privates Drei-Millionen-Darlehen zu kommen, versprach er seinem Geschäftspartner eine Rendite von 100 Prozent. Der Betrag werde in ein griechisches Energieunternehmen investiert, versprach der Steuerberater. Mit gefälschten Vereinbarungen überzeugte er seinen Geldgeber vom sicheren Gewinn.

dpa

Meistgelesene Artikel

Todkranken Vater am Leben erhalten - kein Schadenersatz

München - Für die weitere künstliche Ernährung seines unheilbar kranken und dementen Vaters bekommt ein Sohn keinen Schmerzensgeld. Die Klage wurde …
Todkranken Vater am Leben erhalten - kein Schadenersatz

Mann (56) erfasst Bub beim Einparken

Illertissen - Mit schweren Verletzungen wurde ein zehn Jahre alter Bub in eine Klinik gebracht. Ein 56-Jähriger hatte ihn auf einem Gehweg angefahren.
Mann (56) erfasst Bub beim Einparken

Heldenhaft: Mann stoppt betrunkenen Geisterfahrer

Bamberg - Ein geistesgegenwärtiger Bürger hat in Oberfranken eine lebensgefährliche Geisterfahrt mit mehr als vier Promille verhindert.
Heldenhaft: Mann stoppt betrunkenen Geisterfahrer

Kommentare