Starker Flüchtlingsstrom

Passau: Zu viele minderjährige Flüchtlinge

Passau - In der niederbayerischen Universitätsstadt kommen täglich 40 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge an. Für 2015 wird mit bis zu 1500 Menschen gerechnet, im gesamten Vorjahr waren es 480 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. 

Die Stadt Passau schlägt Alarm wegen der hohen Zahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. An Spitzentagen kommen mehr als 40 junge Flüchtlinge in die grenznahe Stadt, sagte eine Sprecherin der Stadt Passau am Freitag. Sie bestätigte einen Bericht der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). In diesem Jahr erwartet die Stadt Passau etwa 1500 minderjährige Flüchtlinge, im Vorjahr waren es 480.

Zwei Millionen Euro Personalkosten

Dabei entstehen enorme Kosten, die die Stadt alleine nicht mehr tragen können. Allein die erwarteten Kosten für den Personalaufwand für die Bearbeitung der minderjährigen Flüchtlinge würden in diesem Jahr bis zu zwei Millionen Euro betragen. Die Staatsregierung habe Passau einen sechsstelligen Betrag zugesagt, der bei weitem aber nicht ausreiche, betonte die Stadtsprecherin. Das Clearing-Verfahren, unter anderem zur Feststellung des Alters und der Frage, ob der Jugendliche Verwandte in Deutschland hat, dauere bis zu sechs Wochen. In dieser Zeit bleibt der Flüchtling in Passau. 

230 Flüchtlinge kamen am Donnerstag

„Passau ist das Einfallstor für die unerlaubte Einreise“, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung, Frank Koller. Alleine am Donnerstag waren mehr als 230 Flüchtlinge aufgegriffen worden, die unerlaubt über die Balkanroute eingereist waren. Das sei ein absoluter Rekord gewesen. Sobald ein Flüchtling angebe, er sei minderjährig, werde das Jugendamt eingeschaltet. „Die Feststellung des Alters ist aber oft schwierig, weil viele Flüchtlinge keinen Pass bei sich haben“, erläuterte Koller. Nur in Ausnahmefälle werde zur Bestimmung eine Röntgenaufnahme der Handwurzel gemacht. „Viele junge Flüchtlinge erhoffen sich mit der Angabe der Minderjährigkeit eine erleichterte Aufnahme“, erläuterte Koller.

dpa

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