Prozess

Fall "Peggy": Lebensgefährte von Mutter verdächtigt

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Nebenklägerin Susanne K. (r), Mutter von Peggy, bespricht sich im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Bayreuth (Bayern) mit ihrer Anwältin.

Bayreuth - Im Fall der seit 13 Jahren spurlos verschwundenen Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg hat die Polizei auch den damaligen Lebensgefährten von Peggys Mutter verdächtigt.

Dies bestätigte ein ehemaliger Mordermittler am Montag vor dem Landgericht Bayreuth. „Es gab zwischen dem Paar ständig Streitereien, auch schon vor Peggys Verschwinden“, sagte er. Der inzwischen pensionierte Polizeibeamte berichtete von Morddrohungen des Mannes gegen Peggys Mutter. Er habe zudem gedroht, Peggys Schwester zu entführen. „Deshalb zählte er natürlich zu den Verdächtigen.“

Chefermittler: Lebt Peggy noch - oder nicht?

Im Wiederaufnahmeverfahren gegen den geistig Behinderten Ulvi K. wegen Mordes an der neunjährigen Peggy hat ein ehemaliger Mordermittler Zweifel an der Schuld des Angeklagten geäußert. „Meiner Meinung nach ist auch heute noch die große Frage: Lebt Peggy noch oder nicht?“, sagte der Beamte am Montag vor dem Landgericht Bayreuth. Er könne noch nicht einmal ausschließen, dass Peggys Mutter nichts mit dem Verschwinden des Kindes zu tun habe. „Ich weiß nicht, was passiert ist, also kann ich auch nichts ausschließen“, betonte der 65-Jährige, der die Soko „Peggy 1“ leitete.

Hier sucht die Polizei nach Peggys Leiche

Hier sucht die Polizei nach Peggys Leiche

Peggy kam am 7. Mai 2001 nicht von der Schule nach Hause und gilt seitdem als vermisst. Eine Leiche des Mädchens wurde nie gefunden. Als ihr Mörder wurde im April 2004 der geistig behinderte Ulvi K. verurteilt. Er hatte im Herbst 2002 gegenüber der „Soko Peggy 2“ überraschend ein Geständnis abgelegt. „Als ich davon erfahren habe, konnte ich es zunächst gar nicht glauben“, sagte der Mordermittler. Seine Soko habe viele Spuren und mehrere Verdächtige gehabt, aber keinen Täter überführen können. Das Geständnis von Ulvi K. war der Tatrekonstruktion der Ermittler verblüffend ähnlich - deshalb wird der Fall neu aufgerollt.

dpa

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