Abstandsregel würde ausbremsen

Peter Altmaier kritisiert Windrad-Pläne

Nürnberg - Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat die Pläne der bayerischen und sächsischen Landesregierungen kritisiert, Windräder von Wohngebieten fernzuhalten.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht in den bayerischen und sächsischen Windrad-Plänen eine Bremse für den Ausbau. „Wenn jetzt die neue Abstandsregelung kommt, wird es mehr bremsen als alles andere“, sagte Altmaier mit Blick auf die Energiewende am Donnerstag in Nürnberg.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hatten am Dienstag eine Bundesratsinitiative angekündigt, um Windräder stärker von Wohngebieten fernzuhalten. Richtschnur für den Abstand soll das Zehnfache der Höhe eines Windrades sein.

Das Umweltministerium ergänzte am Nachmittag, Altmaier sehe den Vorschlag mit Interesse: „Angesichts der weitreichenden Pläne der Bundesländer für erneuerbare Energien brauchen wir dringend eine nationale Ausbauplanung.“ Abstandsregelungen könnten ein Instrument sein, „dem Ausbau einen verträglichen Rahmen zu geben“.

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) kritisierte den Vorstoß der Länder: „Bayern und Sachsen würden damit die Energiewende ausbremsen“, sagte Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch. Viele für den Windrad-Bau ausgewiesene Flächen kämen bei einem solchen Mindestabstand nicht mehr infrage. In Nordrhein-Westfalen habe eine ähnliche Regelung die Windenergie über Jahre zum Erliegen gebracht.

Altmaier besichtigte in Nürnberg ein Gas- und Dampfkraftwerk. Der Bau der wichtigsten Hochspannungsleitung von Lauchstädt in Sachsen-Anhalt nach Redwitz an der Rodach in Oberfranken geht ihm zu langsam. „Hätte man bei der Thüringer Strombrücke ein paar Jahre früher angefangen, dann wäre das fertig geworden“, sagte der Minister. Benötigt wird die Verbindung für den Energietransport nach Bayern, wenn das fränkische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld Ende 2015 vom Netz geht.

Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur wird die Trasse aber wahrscheinlich erst 2017 eröffnet. Stattdessen müsse nun ein Gaskraftwerk gebaut werden, um diese Lücke zu stopfen, sagte Altmaier. Was danach mit dem Werk geschehe, sei unklar.

lby

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