Getarnte Drogen

Mehrere Todesfälle: Polizei warnt vor "Kräutermischung"

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Das synthetisch hergestellte Rauschgift hat mit Kräutern kaum etwas zu tun. Konsumenten leiden oft unter Angstpsychosen und lebensbedrohlichen Krampfanfällen.

Nürnberg - Nach zwei Todesfällen im vergangenen Jahr in Mittelfranken hat die Polizei eindringlich vor Drogen in Form von „Kräutermischungen“ gewarnt.

Anbieter versprechen „volle Glückseligkeit“ - tatsächlich aber leiden Konsumenten oft unter Angstpsychosen und lebensbedrohlichen Krampfanfällen. Allein in Mittelfranken starben im vergangenen Jahr an einem solchen Drogenmix zwei Menschen. Die Polizei ist besorgt.

Das synthetisch hergestellte Rauschgift habe mit Kräutern kaum noch etwas zu tun. Es zu schnupfen, zu inhalieren oder zu rauchen, komme wegen der ungeklärten Zusammensetzung „Russisch Roulette“ gleich, warnte der leitende Nürnberger Kripomann, Peter Pezold, am Dienstag in Nürnberg. Insgesamt gebe es inzwischen 100 verschiedene Stoffe, aus denen 450 verschiedene Drogenmischungen hergestellt würden.

Mancher Drogenmix sei zudem 10-mal intensiver als Cannabis. Konsumenten drohten daher neben Angstpsychosen auch Krampfanfälle bis zum Herzstillstand, ergänzte Thomas Köppl vom Nürnberger Rauschgiftkommissariat. Im September 2014 sei ein 17-Jähriger Ansbacher an einer solchen Drogenmischung gestorben, im Oktober ein 24 Jahre alter Nürnberger.

Besorgt sind die Ermittler vor allem über den starken Anstieg der polizeibekannten Fälle; diese hätten sich im Jahr 2014 auf rund 300 erhöht - das sind doppelt so viele wie im Jahr davor, wie Pezold berichtete. Da es oft dem Zufall überlassen sei, ob Polizisten auf illegale Kräutermischungen stoßen, gehe man von einer hohen Dunkelziffer aus. Nach seinen Erkenntnissen werden die Drogenmischungen zumeist in Osteuropa und China hergestellt und per Internet angeboten. Bei der Herstellung würden Kräuter mit einer flüssigen Drogenmischung besprüht und in Tüten verpackt.

dpa

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