Innenminister Herrmann will vorbeugen

Mit Neueinstellungen gegen Polizistenmangel

München- Bayerns Polizei steht in den nächsten Jahren vor einer großen Pensionierungswelle. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will verhindern, dass aus Ruhestandsversetzungen ein Sicherheitsproblem wird.

Mit mehreren tausend Neueinstellungen will Innenminister Joachim Herrmann (CSU) einem drohendem Personalmangel bei der bayerischen Polizei vorbeugen. Um die in den nächsten Jahren bevorstehende Pensionierungswelle auszugleichen, werden in diesem Jahr und im nächsten Doppelhaushalt 2013/14 mehr junge Polizisten angeheuert als alte in Rente gehen. Heuer würden über 1200 neue Polizeibeamte ihre Arbeit beginnen, sagte Herrmann am Donnerstag in München. Das seien so viele wie seit Jahren nicht mehr. 2013 und 2014 sollen dann noch einmal 2200 Nachwuchskräfte bei der Polizei angeheuert werden.

Herrmann ist in den nächsten Jahren mit den Folgen der 70-er und frühen 80-er Jahre konfrontiert: Damals wurde der Personalstand der bayerischen Polizei stark erhöht, der einstige Nachwuchs steht inzwischen kurz vor dem Ruhestand. Bis 2020 werden nach den Berechnungen des Ministeriums über 7600 Beamte in Pension gehen. „Das Ganze erledigt sich ab 2020, dann gehen die Pensionierungszahlen wieder zurück“, sagte Herrmann.

Da die Ausbildung bei der Polizei drei Jahre dauert, stellt Herrmann jetzt schon zusätzliche Bewerber ein. „In dieses langfristige Ausbildungsprogramm steigen wir jetzt ein.“ Wie es mit den Neueinstellungen bei der Polizei nach 2014 weitergeht, wird sich allerdings erst bei den Verhandlungen über den übernächsten Doppelhaushalt 2015/16 herausstellen.

In diesem Jahr erhalten die drei Präsidien Oberbayern Nord, Niederbayern und Schwaben Nord knapp 240 - und damit überdurchschnittlich viele - neue Beamte, um die im Vergleich zu anderen Präsidien höhere Arbeitsbelastung auszugleichen. „Durch die hohe Personalzuteilung wird sich die Situation merklich entspannen“, sagte Herrmann.

Die nächste große Pensionierungswelle steht dann voraussichtlich erst um die Jahrhundertmitte bevor - lange nach Herrmanns eigener Versetzung in den Ruhestand. Grund ist, dass der Personalstand bei der Polizei zwischen 2000 und 2015 im Saldo erneut um über 10 000 Stellen auf eine neue Rekordzahl steigt.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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