Neuer Anlauf des Gerichts

Polizistenmord: Angeklagter wird untersucht

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Der Angeklagte Raimund M. (l) mit seinem Bruder Rudolf R.

Augsburg - Im Februar ist in Augsburg ein 58-Jähriger wegen des Mordes am Polizisten Vieth zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Verfahren gegen seinen Bruder war zuvor geplatzt. Jetzt unternimmt die Strafkammer einen neuen Anlauf, auch den Bruder vor Gericht zu stellen.

Drei Wochen nach dem ersten Urteil im Augsburger Polizistenmordprozess unternimmt das Landgericht einen neuen Anlauf, den zweiten Angeklagten wieder vor Gericht zu stellen. Das Verfahren gegen den 60-Jährigen war im November wegen dessen Parkinsonerkrankung abgetrennt worden. Nun hat die Strafkammer die vorübergehende Unterbringung des Mannes in einem forensischen Krankenhaus angeordnet. Die Ärzte der Psychiatrie in Haar bei München sollen feststellen, ob der 60-Jährige immer noch verhandlungsunfähig ist. Dies kann bis zu sechs Wochen dauern, sagte Gerichtssprecher Claus Pätzel am Dienstag.

Das Landgericht Augsburg hatte Ende Februar den jüngeren Bruder des 60-Jährigen bereits wegen Mordes an dem Polizisten Mathias Vieth zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein Gutachter hatte zuvor erklärt, dass der 60-Jährige wegen seiner fortschreitenden Krankheit nicht mehr an dem Prozess teilnehmen könne. Dies hatte zu einer heftigen Diskussion geführt. Der Anwalt von Vieths Witwe warf dem Mediziner vor, auf einen Simulanten hereingefallen zu sein. Falls es zu einem neuen Prozess kommt, wird der umstrittene Sachverständige nun voraussichtlich nicht mehr an der Verhandlung mitwirken. Die Strafkammer rechnet wegen der geplanten Untersuchung in Haar mit einer Beschwerde der Verteidiger des 60-Jährigen. Dies würde das weitere Verfahren dann erneut etwas verzögern.

Die beiden Brüder sollen Vieth nach einer nächtlichen Verfolgungsjagd im Oktober 2011 förmlich hingerichtet haben. Der 58 Jahre alte Bruder muss voraussichtlich für den Rest seines Lebens ins Gefängnis, falls das Urteil rechtskräftig wird. Seine Verteidiger haben Revision beim Bundesgerichtshof angekündigt. Der 58-Jährige hatte bereits 1975 bei Augsburg einen Polizisten erschossen und dafür fast 20 Jahre im Gefängnis gesessen.

dpa

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