Polizistenmord: DNA von 50 Männern überprüft

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Bewegend: Mit einem großen Trauergottesdienst hatten Verwandte und Kollegen Abschied vom ermordeten Polizisten Mathias Vieth genommen.

Augsburg - Vier Wochen ist es her, dass der Augsburger Polizist Matthias Vieth von Unbekannten erschossen wurde - ein Schock für Familie und Kollegen des 41-Jährigen. Diese suchen seitdem mit allen Mitteln nach den Mördern des Familienvaters. Bislang ohne heiße Spur.

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In einer nebligen Oktobernacht wurde der Augsburger Polizeihauptmeister Matthias Vieth erschossen. Doch auch vier Wochen nach seinem Tod haben die Ermittler noch immer keine heiße Spur zu den Tätern. Seit dem 28. Oktober folgen die Beamten jedem erdenklichen Hinweis. Profiler der Münchner Polizei und die ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY...ungelöst“ sollten helfen, das Verbrechen aufzuklären. Auch DNA-Spuren wertete die Sonderkommission “Spickel“ aus - allerdings kam sie hier nicht weiter, weil die Täter in keiner Datenbank registriert sind. Zur Sicherheit ließ die Polizei auch einige bekannte Straftäter DNA-Proben abgeben, sagte Sprecher Alexander Fitz am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der “Bild“-Zeitung.

“Mit den DNA-Tests sollte ausgeschlossen werden, dass sie als Täter infrage kommen“, sagte Fitz. Er geht davon aus, dass die Kollegen in den Ermittlungen auch in den kommenden Wochen nicht nachlassen werden. “Sie sind sehr engagiert dabei, schließlich geht es ja um einen von ihnen.“

Matthias Vieth verlor nach einer wilden Verfolgungsjagd im Stadtwald sein Leben. Seine Kollegin wurde schwer verletzt. Vor allem die Hintergründe der Tat und ihr Ablauf werfen viele Fragen auf: Demnach wollten Vieth und seine Kollegin gegen 2.50 Uhr morgens zwei vermummte Motorradfahrer auf einem Parkplatz in einem Naherholungsgebiet kontrollieren. Doch die Männer flüchteten - über einen schmalen Staudamm, der eigentlich nur für Fahrräder und Fußgänger freigegeben ist.

Später stürzten die Täter auf einem schmalen Waldweg und eröffneten aus rund zehn Metern Entfernung sofort das Feuer, als der zweifache Familienvater aus seinem Wagen stieg. Laut Polizei verwendeten sie mindestens zwei Waffen, eine davon großkalibrig. Genauere Angaben wollen die Beamten trotz ausgewerteter Gutachten bis heute nicht machen. Der 41-Jährige schoss zurück, wurde dann aber tödlich im Hals, Kopf und Unterleib getroffen. Auch seine schusssichere Weste rettete ihn nicht.

Einer der Täter soll unter Beschuss sogar noch zu einer schwarzen Tasche zurückgelaufen sein, die beim Sturz von dem gestohlenen Motorrad gefallen war. Dann flüchteten die Männer vermutlich unverletzt zu Fuß, ihre Waffen nahmen sie mit. Was in der Tasche war, ist noch immer unbekannt. Die Polizei vermutete bereits kurz nach der Tat, dass die Motorradfahrer im Schutz der Nacht ein Drogengeschäft abziehen wollten und dabei gestört wurden. Sie seien “schwere Jungs“ gewesen, sagte der Augsburger Polizeipräsident Gerhard Schlögl kurz nach dem Mord.

Die Ermittler fahndeten anschließend mit allen verfügbaren Mitteln nach den beiden Motorradfahrern: Sie ließen Hubschrauber, Taucher und Spürhunde das Gebiet um den Tatort absuchen, verteilten Flyer, befragten rund 1500 Haushalte und erfassten den Tatort mit einem 3-D-Scanner millimetergenau. Insgesamt gingen bis Donnerstag 650 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Bislang war keiner dabei, der das Verbrechen in der Oktobernacht aufklären konnte.

dpa

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