Prozess in Regensburg

Bayerns NPD-Vize mit Rockerkollegen auf der Anklagebank

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Der Angeklagte Sascha Roßmüller, Vorstandsmitglied der bayerischen NPD (r), begrüßt im Landgericht Regensburg (Bayern) einen weiteren Angeklagten.

Regensburg - Mit Schlagwerkzeug, Messern und Reizgasbehältern haben Bandidos an Weihnachten 2010 verfeindete Rocker in Straubing angegriffen. Jetzt startet der Prozess.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen am Donnerstag im Regensburger Landgericht. Denn das Gericht fürchtet, dass Rocker und Neonazis aufmarschieren könnten. Deshalb durchsuchen Polizisten jeden Prozessbesucher nach Waffen. Auf der Anklagebank sitzen fünf Bandidos-Rocker. Unter ihnen: Bayerns NPD-Vize, Sascha Roßmüller - selbst ein Rocker.

Den Bandidos wird Landfriedensbruch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Sie sollen in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag 2010 in Straubing Mitglieder des verfeindeten Motorradclubs Gremium in Straubing angegriffen und mit Messerstichen erheblich verletzt haben.

Sascha Roßmüller im roten Polo-Shirt

Auf seiner Webseite lacht Sascha Roßmüller freundlich im roten Polo-Shirt. Doch er ist den Ermittlern kein Unbekannter. Laut der "Welt" warnten Verfassungsschützer schon 2008 vor dem NPD-Mann. Er sei Mitglied des "Schwarzen Blocks" und stehe unter Beobachtung. Im Prozess gehe es auch darum, wie weit Roßmüller in den brutalen Angriff auf die Straubinger Rocker involviert war. Die Straubinger Polizei habe lange nicht an seine Mittäterschaft geglaubt, so die "Welt" weiter.

In dem Prozess sollen 25 Zeugen und ein Sachverständiger vernommen werden. Ein Urteil wird Ende September erwartet.

mit dpa

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