Erneuter Prozess über Tiefgaragenmord beginnt mit Unterbrechung

+
Peter S. (l./ hier mit seinem Anwalt) stand schon 2009 wegen Mordes an der jungen Arzthelferin Susanne M. vor Gericht.

Erlangen/Nürnberg - Es ist schon zwölf Jahre her, doch noch immer gibt es kein Urteil über den Mord an einer jungen Arzthelferin. Am Donnerstag begann ein weiterer Prozess - doch der wurde gleich wieder unterbrochen.

Der neue Prozess um den grausamen Mord an einer jungen Arzthelferin in einer Erlanger Tiefgarage vor gut zwölf Jahren hat am Donnerstag begonnen - und wurde sogleich unterbrochen. Die Verteidigung monierte, keine vollständige Akteneinsicht bekommen zu habe. Zudem habe die Staatsanwaltschaft am Gericht vorbei ermittelt. Die Hauptverhandlung wurde daraufhin für eine knappe Stunde unterbrochen.

Lesen Sie auch

Tiefgaragenmord: Angeklagter freigesprochen

Erlanger Garagen-Mord muss neu verhandelt werden

Tiefgaragenmord: "Er weiß, dass ich es weiß"

Tiefgaragenmord: Zeugin im Gericht festgenommen

Tiefgaragenmord: Verteidiger plädiert für Freispruch

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth sitzt ein 46-jähriger Mann auf der Anklagebank, der aus Mangel an Beweisen schon einmal vom Mordvorwurf freigesprochen und nur wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter verurteilt worden war. Der Fall war jedoch vom Bundesgerichtshof nach einer Revision zurückverwiesen worden.

Opfer war Patentante der Tochter des Angeklagten

Strittig sind nun neue Ermittlungen: So wurden - gerichtlich angeordnet - Telefone von Zeugen abgehört und verdeckte Ermittler eingesetzt. “Hierüber haben wir nur ganz unvollständige Informationen bekommen, und zwar erst eine Woche vorher“, sagte Verteidiger Peter Doll. “Es fehlt eine ganze Menge an Material.“ Darüber hinaus habe die Staatsanwaltschaft selbstständige Ermittlungen ohne Zustimmung der Kammer durchgeführt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Landschaftsgärtner für den Tod der Frau verantwortlich ist. Der 46-Jährige hatte - wie er im ersten Prozess zugab - seine eigene Tochter jahrelang sexuell missbraucht. Da das Mädchen ein enges Verhältnis zu seiner Patentante - dem späteren Mordopfer - hatte, habe er befürchtet, seine Tochter könne sich der Frau anvertrauen. Um dies zu verhindern, habe der Angeklagte sein Opfer mit mehreren Messerstichen getötet.

dpa

Meistgelesene Artikel

Mann (56) erfasst Bub beim Einparken

Illertissen - Mit schweren Verletzungen wurde ein zehn Jahre alter Bub in eine Klinik gebracht. Ein 56-Jähriger hatte ihn auf einem Gehweg angefahren.
Mann (56) erfasst Bub beim Einparken

Kreditkartenbetrug: Drei Festnahmen in München und Eching

München - Zugfahrkarten im Wert von 30 000 Euro sollen drei Männer in München und Eching gekauft haben - mit geklauten Kreditkartendaten.
Kreditkartenbetrug: Drei Festnahmen in München und Eching

Immer mehr Grippe-Kranke in Bayern - Impfung empfohlen

München - In Bayern steigt die Zahl der an Grippe erkrankten Menschen weiter. Die Gesundheitsministerin legt den Menschen ans Herz, sich impfen zu …
Immer mehr Grippe-Kranke in Bayern - Impfung empfohlen

Kommentare