Tiefgaragenmord: Neue Beweise erschüttern Anklage

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Der Angeklagte unterhält sich im Landgericht Nürnberg-Fürth mit seinem Anwalt Peter Doll (l).

Nürnberg/Erlangen - Im Prozess um den Mord an einer 27-jährigen Arzthelferin in Erlangen gerät die Anklage immer mehr in Bedrängnis. Neue DNA-Untersuchungen erschüttern ihre Glaubwürdigkeit.

Nach neuesten DNA-Untersuchungen hat nun auch ein Reifenspuren-Gutachten die Glaubwürdigkeit der Anklage im Erlanger Tiefgaragenmordprozesserschüttert. Von den in der Garage untersuchten Reifenspuren habe sich keine gefunden, die zu dem Wagen des Angeklagten passe, erläuterte ein Gutachter am Mittwoch vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

Der Fall wird vor dem Gericht bereits zum dritten Mal verhandelt, nachdem der Bundesgerichtshof den Revisionsanträgen aller Beteiligten statt gegeben hatte.

Nach dem Reifenspuren-Gutachten lässt sich nach Einschätzung von Prozessbeobachtern kaum noch beweisen, dass sich der angeklagte Landschaftsgärtner zur Tatzeit in der Tiefgarage aufgehalten hatte. Bereits zuvor hatten jüngste DNA-Untersuchungen Zweifel an dessen Tatbeteiligung genährt: Die unter den Fingernägeln und einem Ohrring des Opfers, einer 27 Jahre alten Arzthelferin, entdeckten DNA-Spuren lassen sich dem Angeklagten nicht eindeutig zuordnen.

Die Reifenspuren hatten sich am Morgen des Tattags im März 1999 gebildet, weil auf dem Boden der Tiefgarage eine Wasserpfütze entstanden war, durch die seinerzeit jedes ein- und ausfahrende Auto hatte fahren müssen, erläuterte der mit der Untersuchung beauftragte Ingenieur. Dem Gutachter hatten allerdings gut 13 Jahre nach dem Mordfall lediglich Polizei-Fotos der Reifenspuren zur Verfügung gestanden.

Die Anklage legt dem Angeklagten zur Last, die 27 Jahre alte Patentante seiner Tochter im März 1999 mit mehreren Messerstichen umgebracht zu haben. Er habe damit den sexuellen Missbrauch an seiner Tochter vertuschen wollen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte sich seine Tochter am Tattag mit der 27-Jährigen treffen wollen - möglicherweise, um sich ihrer Patin wegen der sexuellen Übergriffe anzuvertrauen. Wegen des Missbrauchs war der Mann zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

dpa

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