Veruntreutes Kirchengeld - Verteidiger legt Mandat nieder

Würzburg - Der Verteidiger eines wegen Untreue angeklagten Ex-Pfarrers aus Unterfranken hat überraschend sein Mandat niedergelegt. Eine Verhandlung musste kurzfristig abgesagt werden.

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Burkhard Pöpperl am Montag in Würzburg. Gründe nannte Pöpperl nicht. Ursprünglich war für den Montag der zweite Verhandlungstag angesetzt. Dieser wurde kurzfristig abgesagt. Die Verhandlung soll nun am 4. Oktober am Landgericht Würzburg fortgesetzt werden.

Dem 78 Jahre alten Geistlichen wird vorgeworfen, mehr als eine Million Euro veruntreut zu haben. Er soll das Kirchengeld auf eigenen Konten und in Sparbriefen angelegt haben. Weiteres Geld aus Spenden und Kollekten hat er laut Anklage auf einem Konto im Namen der Kirchenstiftung geparkt. Davon soll die Stiftung nichts gewusst haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere Untreue in mehr als 50 Fällen vor.

Der Mann hatte bei der Polizei die Taten zugegeben, im Prozess gab es allerdings kein Geständnis. Der 78-Jährige sagte vor Gericht, dass er das Geld über viele Jahrzehnte hinweg angespart und nicht betrogen habe. Das frühere Geständnis habe er nur abgelegt, um der Untersuchungshaft zu entgehen.

dpa

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