Prozess um Million-Veruntreuung: Banker gesteht

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Ein Banker gestand vor Gericht, eine Million veruntreut zu haben.

Bamberg - Der Filialleiter einer Bank transferierte Geld reicher Kunden auf die Konten klammer Kunden. Mit Nächstenliebe hatte das nichts zu tun: Der Großteil floss laut Anklage in die eigene Tasche.

Der ehemalige Filialleiter einer Bank in Oberfranken hat zugegeben, über eine Million Euro Kundenvermögen veruntreut zu haben. Der 35-Jährige legte am Dienstag vor dem Landgericht Bamberg ein Geständnis ab und räumte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend ein. Die Anklagebehörde beschuldigt ihn, 1,09 Millionen Euro von Kundenkonten illegal abgebucht oder ausgezahlt zu haben.

Mit einem Teil des Geldes beglich er demnach Kreditraten anderer Kunden, die mit ihren Zahlungen in Verzug waren. Zudem gewährte er Kunden für ihr Guthaben höhere Zinsen als üblich. Seine Machenschaften begründete der Angeklagte mit Überforderung. So sei der Erfolgsdruck immens gewesen, sagte er vor Gericht. Mit den höheren Zinsen habe er beispielsweise Kunden in seiner Filiale im Landkreis Forchheim halten wollen, um die Vorgaben seiner Zentrale einhalten zu können. Allerdings verwendete der Mann nach Erkenntnissen der Anklagebehörde einen großen Teil des Geldes - nämlich rund 600 000 Euro - für sich und seine Familie.

Vor Gericht räumte er jedoch lediglich ein, 100 000 Euro in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Wo die restliche Summe abgeblieben ist, blieb zunächst unklar. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft nutzte der Mann das Vertrauen seiner teils sehr reichen Kunden aus. In einigen Fällen leisteten sie sogar Blankounterschriften, damit er ohne Rückfragen Zahlungen veranlassen konnte. Im April 2011 zeigte sich der 35-Jährige schließlich selbst an.

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