Pufferlager gegen Streusalzengpässe

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Streusalz wird auf die Ladefläche eines Fahrzeugs vom Winterdienst gekippt.

Nürnberg - Leere Streusalz-Depots - vor diesem Problem stehen derzeit viele Städte. Den Autobahnmeistereien im Freistaat soll das nicht passieren. Deshalb sind bayernweit fünf große Vorratslager geplant.

Der Freistaat Bayern will künftig mit fünf Zentrallagern Engpässe bei der Streusalz-Versorgung verhindern. Sie sollen die Autobahn- und Straßenmeistereien auch in extremen Wintern zuverlässig mit Streusalz versorgen, erläuterte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in Nürnberg. Die Vorratslager sollen bis Ende kommenden Jahres in den Regionen Regensburg, Passau, Traunstein, Kulmbach und Rosenheim zur Verfügung stehen und jeweils rund 25 000 Tonnen Streusalz bunkern können.

Damit stünden künftig pro Winter bis zu 420 000 Tonnen Streumittel bereit. “Das ist etwa die Menge, die wir für einen strengen Winter benötigen“, sagte Herrmann. Im besonders harten Winter 2009/2010 hatte der Verbrauch der bayerischen Autobahn- und Straßenmeistereien nach Ministeriumsangaben sogar bei 467 000 Tonnen Streusalz gelegen. Im laufenden Winter habe der Winterdienst bereits 320 000 Tonnen Salz auf Autobahnen sowie Bundes- und Landstraßen gestreut.

1,7 Millionen Euro allein für das Kulmbacher Lager

Die Autobahn- und Straßenmeistereien in Nordbayern werden in diesem Winter bereits von einem Zentrallager in Kulmbach aus versorgt. Dort war die neue Streusalzversorgung im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt worden. Die dort angemietete Lagerhalle hat nach Herrmanns Angaben ein Fassungsvermögen von 23 000 Tonnen Streusalz. Es kann von den Autobahnmeistereien per Internet angefordert werden; für die Anlieferung sei eine private Spedition verantwortlich.

Trotz der Investitionskosten von rund 1,7 Millionen Euro für das Kulmbacher Lager rechnet Herrmann in der Summe nicht mit Mehrkosten. Den Ausgaben stünden Einsparungen beim Kauf des Streusalzes zu Sommerpreisen gegenüber. Der Auftrag sei europaweit ausgeschrieben worden.

Den bayerischen Autobahnmeistereien droht nach Herrmanns Darstellung derzeit noch kein Streusalzengpass. Im Moment seien noch rund 120 000 Tonnen in den Lagern. Dies reiche aus, um an sechs Tagen das bayerische Autobahn-, Bundesstraßen- und Landsstraßen-Netz rund um die Uhr schnee- und eisfrei zu halten. Das von den Streufahrzeugen verwendete Salz wirkt nach Angaben des Präsidenten der Autobahndirektion Nordbayern, Helmut Schütz, bis zu acht Grad unter dem Gefrierpunkt. Sinken die Temperaturen weiter, werde dem Streusalz Kalzium hinzugesetzt. Das wirke bis zu minus 12 Grad, erläuterte Schütz.

dpa

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