Schonungen: Anwohner leben auf Giftmüll

Tonnenweise tödliches Arsen im Boden

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In Schonungen wird nach Giftskandal saniert

Schonungen - Zwölf Jahre mussten die Bewohner von Schonungen mit Gift im Boden leben. Jetzt soll sich endlich etwas ändern.

Im unterfränkischen Schonungen (Landkreis Schweinfurt) hat am Montag die Sanierung einer der schwierigsten Altlasten Bayerns begonnen. Auf rund 12 000 Hektar lagern inmitten des Ortes seit Jahrzehnten mehrere hundert Tonnen Arsen, Blei, Chrom und Kupfer im Boden. “Wir sind froh, dass das jetzt losgeht und wir an dem neuen Image Schonungens arbeiten können“, sagte Bürgermeister Stefan Rottmann (SPD). In den ersten Tagen werden die Vorbereitungen für den Abtransport des Bodens getroffen. Ende der Woche sollen die ersten Bagger anrollen, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Schweinfurt am Montag.

Das verseuchte Gelände der ehemaligen Chemiefabrik Sattler soll bis 2015 auf Vordermann gebracht und neu gestaltet werden. Dafür werden mehr als 110 000 Tonnen Erde entsorgt. Die Kosten liegen bei mindestens 33 Millionen Euro. Den größten Teil davon zahlt der Freistaat, die Grundstückseigentümer müssen sich mit 13,33 Euro pro Quadratmeter beteiligen. Die Stadt will auf dem Gelände unter anderem Wohnsiedlungen und Parkanlagen entstehen lassen.

Die vergiftete Erde wird von Lastwagen auf eine Deponie im Landkreis gefahren. Dort werden Proben genommen und das Material entsprechend der Verseuchung entsorgt, wie Rottmann weiter sagte. Mehr als 34 000 Lkw-Fahrten müssen Anwohner deshalb in Kauf nehmen. “Die Menschen sollen natürlich vor Lärm, Staub und Erschütterung geschützt werden“, sagte Thomas Benz vom Umweltamt Schweinfurt. Die größte Schutzmaßnahme sei jedoch hinter dem Bauzaun in Schonungen nötig. “Wir müssen verhindern, dass die Schwermetalle verschleppt werden - ob mit den Schuhen oder mit den Rädern der Lastwagen.“ Deshalb werden auch Reifenwaschanlagen aufgebaut.

dpa

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