Schlägerbande zu Jugendstrafen verurteilt

Nürnberg - Selbst der Richter sprach von einer “Gewaltorgie“ - die Motive der acht Jugendlichen blieben dennoch bis zum letzten Prozesstag im Dunkeln. Alle wurden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt.

Sie zogen nachts durch Nürnberg und schlugen wahllos auf Passanten ein - dafür müssen fünf Mitglieder einer achtköpfigen Schlägerbande jetzt für längere Zeit hinter Gitter. Wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung verurteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth am Freitag die Gangmitglieder zu Jugendstrafen zwischen eineinhalb und knapp vier Jahren. In drei Fällen setzte das Gericht die Strafen auf Bewährung aus. Den Vorwurf des versuchten Totschlags ließ das Gericht fallen. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagten Strafen zwischen knapp zwei und viereinhalb Jahren gefordert.

Der vorsitzende Richter zeigte sich empört über die Skrupellosigkeit der zwischen 17 und 19 Jahre alten Jugendlichen aus Nürnberg und dem oberfränkischen Lichtenfels: “Was sie da gemacht haben, war eine stundenlange Gewaltorgie“, stellte er in seiner Urteilsbegründung fest. Wie gewissenlos die jungen Männer, darunter drei Boxer, vorgegangen seien, zeigten die brutalen Fußtritte gegen den Kopf eines ihrer Opfer. Der heute 26-Jährige erlitt dabei mehrere Brüche im Gesicht und am Schädel. Er hatte sich mit Freunden zu einem Junggesellenabschied in der Nürnberger Innenstadt aufgehalten.

Nach Feststellung des Gerichts begann die Gewaltorgie nahe dem Hauptbahnhof, wo die Gang zunächst einen 19-Jährigen und einen 20-Jährigen geschlagen und getreten hatten. Zum brutalsten Übergriff kam es rund zwei Stunden nach Mitternacht vor einer Diskothek. Die Angeklagten seien mit vier jungen Männern, die einen Junggesellenabschied feierten, in Streit geraten. Der 26-Jährige war dabei besonders heftigen Angriffen der mutmaßlichen Schläger-Bande ausgesetzt: Als er schon bewusstlos am Boden lag, traktierten ihn die Angeklagten mit Fußtritten ins Gesicht. Insgesamt prügelte die Schlägerband auf acht Passanten ein.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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