Neffe durfte nicht nach Deutschland

Schleuser wechselte die Seiten

München - Ein Iraker hat am Dienstag vor dem Landgericht München seine Karriere als Schleuser erklärt. Bevor er Irakern half, illegal nach Deutschland zu kommen, arbeitete er verdeckt für die Behörden.

Begonnen habe alles mit der Absicht, einen Neffen mit Hilfe von Schleusern über Griechenland nach Deutschland zu holen, ließ der 43-Jährige von seiner Verteidigerin vortragen. „Das hat nicht geklappt, das Geld war weg. Er hat sich geärgert und ist zur Polizei gegangen.“ In der deutschen Botschaft in Athen sei er gefragt worden, „ob er für deutsche Behörden tätig sein wolle“. Gegen Bezahlung habe er in der Szene ermittelt und Fotos gemacht. Aber als die Nachfrage nach seinen Diensten versiegte, wechselte er die Seiten.

Mit wechselnden Komplizen habe er Iraker mit gefälschten EU-Papieren auf dem Luftweg nach Deutschland geholt. Pro Person kassierte er 2 000 bis 3 000 Euro. Von Herbst 2010 bis Juli 2012 sei er in 17 Fällen als Schleuser tätig gewesen. Das „tut ihm sehr Leid“, sagte seine Anwältin. Für sein Geständnis und die Bereitschaft zu weiterer Kooperation mit den Ermittlern sagte ihm das Gericht eine Strafe zwischen dreieinhalb und vier Jahren zu.

dpa

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