Das Schreiber-Verfahren - eine Chronologie

Augsburg - Der Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber (76) ist am Mittwoch wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Schreiber, eine Hauptfigur im CDU-Spendenskandal, war nach zehn Jahren Flucht im August 2009 von Kanada nach Deutschland ausgeliefert worden. Die wichtigsten Stationen bis zur Verurteilung:

Oktober 1995: Nach der Durchsuchung seines Hauses im oberbayerischen Kaufering setzt sich Schreiber nach Pontresina in der Schweiz ab.

September 1997: Die Staatsanwaltschaft Augsburg erlässt Haftbefehl wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. - März 1999: Schreiber flüchtet nach Kanada. Er besitzt seit 1982 die kanadische Staatsbürgerschaft.

August 1999: Die deutsche Justiz beantragt Schreibers Auslieferung.

November 1999: Der frühere CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep räumt vor der Staatsanwaltschaft ein, 1991 von Schreiber in der Schweiz eine Million Mark als Spende für CDU angenommen zu haben. Dadurch wird die folgenschwere CDU-Spendenaffäre ins Rollen gebracht.

Januar 2000: CDU-Chef Wolfgang Schäuble gibt zu, 1994 von Schreiber eine Barspende von 100 000 Mark entgegengenommen zu haben. Die Schatzmeisterei habe den Betrag gesetzeswidrig als "sonstige Einnahme" verbucht.

März 2000: Die Staatsanwaltschaft Augsburg erhebt Anklage gegen Schreiber wegen Bestechung, Beihilfe zur Untreue, gemeinschaftlichen Betrugs und Steuerhinterziehung.

Mai 2004: Das höchste Gericht der Provinz Ontario (Kanada) ordnet Schreibers Ausweisung an, er geht in Berufung.

Juli 2005: Der deutsche Bundesrat beschließt eine Verschärfung der Verjährungsregeln ("Lex Schreiber"). Danach ruht die Verjährung von Straftaten, solange sich der Beschuldigte im Ausland aufhält und die deutschen Behörden seine Auslieferung betreiben.

November 2007: Das Berufungsgericht von Ontario gibt grünes Licht für Schreibers Auslieferung. Schreiber beantragt ein Berufungsverfahren - sein dritter Gang zum Supreme Court.

Juli 2009: Das Berufungsgericht von Ontario weist den fünften Widerspruch Schreibers zurück.

August 2009: Nach einer letzten Niederlage vor Gericht wird Schreiber nach Deutschland geflogen.

18. Januar 2010: Vor dem Landgericht Augsburg beginnt das Verfahren gegen Schreiber.

5. Mai 2010: Schreiber wird zu acht Jahren Haft verurteilt.

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