Schweinestall nahe jüdischem Friedhof: Ortstermin im Juli

Nordheim/München - Im Streit um einen Schweinestall in der Nähe eines jüdischen Friedhofs in Unterfranken wollen sich die Richter im Sommer bei einem Ortstermin über den Fall informieren.

Am 11. Juli werde der zuständige Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) nach Nordheim vor der Rhön (Landkreis Rhön-Grabfeld) fahren, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch in München. Dann könnten sich die drei Richter und die anderen Verfahrensbeteiligten ansehen, wie weit der für 1000 Tiere geplante Schweinemastbetrieb vom Friedhof entfernt wäre. Dem Ortstermin soll - voraussichtlich innerhalb von drei Monaten - eine mündliche Verhandlung folgen.

Das Verwaltungsgericht Würzburg hatte im vergangenen Oktober entschieden, dass der Schweinemastbetrieb gebaut werden darf. Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern wehrt sich dagegen. Der Schweinestall soll rund 150 Meter neben dem jüdischen Friedhof errichtet werden. Das ist für den Landesverband aber nicht mit dem jüdischen Glauben zu vereinbaren. Schweine gelten bei Juden als unrein. Der Genuss von Schweinefleisch ist für religiöse Juden der schlimmste Verstoß gegen die jüdischen Speisegesetze.

dpa

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