Trotz Fußfessel

Kinderschänder verstößt gegen Weisungen

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Kinderschänder verstieß trotz fußfessel gegen Weisungen.

München - Der verurteilte Sexualverbrecher soll rückfällig geworden sein und sich wieder an einem Kind vergangen haben. Zuvor hatte der Mann mehrfach gegen Auflagen verstoßen.

Der aus der Sicherungsverwahrung entlassene Sexualverbrecher, der trotz Überwachung mit elektronischer Fußfessel erneut ein Kind missbraucht haben soll, hatte wiederholt gegen Weisungen verstoßen. Eine Kriminalhauptkommissarin der Führungsaufsicht gab am Freitag vor dem Münchner Landgericht an, schon im März habe es dreimal Alarm gegeben, weil der 42-Jährige sich nicht an Auflagen gehalten habe. Der Akku der Fessel sei zweimal vollständig leer gewesen. Außerdem habe der Mann Kontakt zu seiner Ex-Frau aufgenommen, die ein damals sechsjähriges Kind hat. „Wir waren deswegen in Sorge“, sagte die Zeugin. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Angeklagte ist erneut wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Er soll sich im April 2012 an einer damals Siebenjährigen vergangen haben.

Ihm werden außerdem Verstöße gegen Weisungen während der Führungsaufsicht vorgeworfen. Bereits 1999 war der Mann wegen Kindesmissbrauchs in 23 Fällen zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Opfer war seine Stieftochter. Nachdem er die Gefängnisstrafe verbüßt hatte, kam er in nachträgliche Sicherungsverwahrung. Er wurde aber 2011 nach den neuen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes entlassen. Ihm wurde das Tragen einer elektronischen Fußfessel „in betriebsbereitem Zustand“ zur Auflage gemacht und jeglicher Kontakt zu minderjährigen Mädchen verboten.

Der Angeklagte soll sich im April 2012 mit der Mutter einer Siebenjährigen angefreundet und entgegen der Weisungen in deren Wohnung übernachtet haben. Laut Anklage ging er nachts in das Zimmer des Kindes und missbrauchte es. Die Kleine vertraute sich später ihrem Vater an. Der erstattete Anzeige.

Inzwischen war der Angeklagte mit einer Tablettenvergiftung in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden. Der Akku der Fußfessel war leer, der 42-Jährige lud ihn entgegen der Auflagen nicht auf und verließ die Klinik. Wegen dieses Verstoßes wurde er am 24. April 2012 festgenommen. „Bei seiner Vernehmung war der Mann sehr vorsichtig“, schilderte die Zeugin. „Er war erlöst, als er merkte, dass es nur um die Verstöße gegen die Weisungen ging.“ Erst durch die Anzeige des Vaters wurde klar, dass der Angeklagte möglicherweise in weit schlimmerem Ausmaß schuldig geworden war. Der Fall hat eine bundesweite Diskussion über Sinn und Nutzen der elektronischen Fußfessel ausgelöst.

dpa

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