Unglaublicher Vorfall

Staatsanwalt ermittelt wegen dieses Schildes

Selb - Ein Ladenbesitzer in der oberfränkischen Stadt Selb muss sich wohl demnächst für ein Schild verantworten, das er ins Schaufenster stellte und Asylanten des Ladens verweist.

Wegen eines Schildes mit einem Vergleich von Asylsuchenden mit Hunden ermittelt die Staatsanwaltschaft Hof gegen einen Ladeninhaber. „Der Tatbestand, der ihm vorgeworfen wird, ist der der Volksverhetzung“, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Mittwoch. Details zu dem Mann, etwa zu seinem Alter oder möglichen Vorstrafen, konnte der Sprecher zunächst nicht angeben. Das Schild liege nun bei der Polizei, die Kripo ermittle.

Im Schaufenster des Ladens in Selb war eines der klassischen „Hunde müssen draußen bleiben“-Schilder entdeckt worden - nur steht darauf „Asylanten müssen draußen bleiben“ neben dem in Schwarz aufgedruckten Hund, wie die Polizei bestätigte. „Die Mitteilung haben wir von einer Zeugin bekommen“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Staatsanwaltschaft wird entscheiden, ob eine Straftat vorliegt. „Wir müssen auch klären, was das Motiv des Mannes war“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Also, ob der Mann tatsächlich Asylsuchende als Teil der Bevölkerung verunglimpfen wollte.

Die Erfahrung zeige, dass in ähnlichen Fällen kein Straftat nachgewiesen werden konnte, sagte der Polizeisprecher. „Und dann ist das zwar nicht schön - aber wir können es nicht ahnden.“ Zunächst hatten die „Frankenpost“ und der „Bayerische Rundfunk“ über das ausländerfeindliche Schild berichtet.

Mittlerweile hat sich der dritte Bürgermeister von Selb, Klaus von Stetten, dazu geäußert. Gegenüber der Frankenpost sagt er: "Es ist enttäuschend, dass durch diese - möglicherweise unüberlegte - Aktion Selb dasteht, als gäbe es asylbewerberfeindliche Strömungen." Der Ladeninhaber selbst hat sich noch nicht zu seinem Beweggründen geäußert. Der Laden ist laut Frankenpost seit den Ermittlungen geschlossen. 

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter

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