Engelstrompeten-Prozess

Versuchter Giftmord: Acht Jahre Haft gefordert

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Die 50-jährige Angeklagte beim Prozessauftakt Anfang April: Sie soll versucht haben, ihren Ex-Freund und dessen neue Lebenspartnerin zu vergiften.

Würzburg - Auch am Ende des Prozesses wegen versuchten Giftmords in Würzburg bleiben viele Fragen offen. Entsprechend verschieden sind die Forderungen von Anwalt und Verteidiger.

Für den zweifachen versuchten Giftmord mit Engelstrompeten-Kaffeewasser hat die Würzburger Staatsanwaltschaft acht Jahre Haft für die Angeklagte gefordert. An der Täterschaft der 50-Jährigen bestehe kein Zweifel, sagte Staatsanwalt Thomas Trapp am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Würzburg. Die Angeklagte soll im November 2011 Pflanzenteile der giftigen Engelstrompete in den Wasserbehälter der Kaffeemaschine ihres Ex-Freundes getan haben. Die Verteidigung forderte Freispruch.

Der Ex-Freund, ein Mediziner, und dessen damalige Partnerin litten stundenlang unter teils schweren gesundheitlichen Beschwerden, überlebten jedoch. In dem Kaffeewasser wurden die pflanzlichen Wirkstoffe Atropin und Scopolamin gefunden. Überdosiert können diese Substanzen, die in der Engelstrompete zu finden sind, tödlich wirken. Sie kommen auch in Medikamenten vor.

Staatsanwaltschaft: Tat geschah aus Eifersucht

Die Staatsanwaltschaft hält es für erwiesen, dass die Frau aus Eifersucht den 69-Jährigen vergiften wollte. Sie sei nach der Trennung der beiden zur Putzfrau, Gärtnerin und gelegentlichen Bettgespielin degradiert worden. „Wie schäbig muss sich die Angeklagte deshalb gefühlt haben“, so der Anwalt.

Der Verteidiger forderte dagegen Freispruch. „Was absolut fehlt, ist ein Motiv der Angeklagten“, sagte Frank Barthel. Sie und der Mediziner hätten sich bereits im Frühjahr zuvor einvernehmlich getrennt, sie sei zudem wieder neu verliebt gewesen. Die Angeklagte hatte einen Schlüssel zum Haus und wusste, dass die Pflanzen giftig sind. Wenn das reiche, um eine nicht vorbestrafte Frau zur versuchten Doppelmörderin zu machen, dann solle das Gericht die Frau verurteilen, forderte der Verteidiger provozierend. „Hier in diesem Fall liegen so viele Zweifel vor, dass man wirklich sagen muss: im Zweifel für den Angeklagten“, sagte Barthel.

Das Urteil will die Strafkammer am Freitag (26. April/14.00) verkünden.

dpa

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