Stadt ehrt vorbestraften Ex-Republikaner

Schwarzenbach/Bayreuth - Der Mann ist vorbestraft, war früher ein hohes Tier bei den "Republikanern" - jetzt soll er von seiner Heimatstadt ausgezeichnet werden: Der Skandal ist vorprogrammiert.

Die oberfränkische Stadt Schwarzenbach/Saale (Landkreis Hof) will an diesem Samstag einen vorbestraften, früheren Bundesschatzmeister der rechtsextremen Republikaner als „verdienten Bürger“ ehren. Das berichtet der in Bayreuth erscheinende „Nordbayerische Kurier“ (Samstag).

Der Mann wurde danach im Oktober 2006 vom Landgericht Hof wegen Untreue in 26 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Außerdem musste er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Für diese Arbeit, die er bis heute fortführt, will ihn Bürgermeister Alexander Eberl (SPD) zusammen mit 15 anderen verdienten Bürgern ehren. Er werde unter anderem eine Urkunde bekommen, bestätigte Eberl der Zeitung.

Der selbstständige Kaufmann wurde 2006 verurteilt, weil er nach Auffassung des Gerichts in einem Zeitraum von mehr als drei Jahren mehr als 336 000 Mark (knapp 172 000 Euro) vom Parteikonto auf sein eigenes Geschäftskonto überwiesen hatte. Eberl sagte, ihm sei dieses Urteil bekannt. Jedoch habe jeder Verurteilte eine Chance auf Resozialisierung verdient.

Kritik an der Ehrung, die es auch in der SPD-Fraktion des Stadtrates gebe, könne er „nicht nachvollziehen“. Der zu Ehrende habe sich „politisch absolut zurückgezogen“. Wie Eberl sagte, saß der heute 65-Jährige zwischen 2000 und 2006 für die Republikaner im Stadtrat. Er sei nie durch ausländerfeindliche Worte aufgefallen. Der 65-Jährige war nach Angaben der Zeitung nicht zu erreichen.

dpa

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