Stadtrat fordert Aus für AKW Grafenrheinfeld

Schweinfurt/Grafenrheinfeld - Das AKW Grafenrheinfeld muss nach Ansicht des Schweinfurter Stadtrats dauerhaft abgeschaltet bleiben. Drei Kilometer neben dem AKW ist bereits ein Flugzeug abgestürzt.

Das hat das Plenum am Dienstagabend entschieden, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Der 1981 in Betrieb genommene Atommeiler steht nur wenige Kilometer von Schweinfurt entfernt und wird vom Energieriesen Eon betrieben.

Wegen eines routinemäßigen Checks ist das Atomkraftwerk (AKW) derzeit nicht am Netz - voraussichtlich bis Mitte Mai. So soll etwa ein Viertel der 193 Brennelemente ausgetauscht werden. Die jährliche Prozedur hat Eon zufolge nichts mit dem dreimonatigen Moratorium der Bundesregierung nach der Atomkatastrophe in Japan zu tun.

Nach der im Stadtrat verabschiedeten Resolution - 40 Stadträte stimmten dafür, 1 dagegen - soll das AKW schnellstmöglichst vom Netz gehen. Das Papier soll jetzt an die Bundesregierung, aber auch an Bayerns Landesregierung und den Städtetag versandt werden.

Das Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld macht den umliegenden Gemeinden seit langem Sorgen. Erst kürzlich hatten einige Bürgermeister einen sofortigen Stopp militärischer Übungsflüge über dem AKW gefordert. Nur so könnten Abstürze in der Nähe des Reaktors verhindert werden, betonen die Gemeindeoberhäupter von Sennfeld und Schwebheim (Landkreis Schweinfurt) in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Flugübungen mit Kampfjets der US-Armee in der Nähe des Druckwasserreaktors hätten die Bevölkerung im vergangenen Dezember in Angst und Schrecken versetzt. 1985 war ein Flieger der Bundeswehr drei Kilometer vom Kraftwerk entfernt abgestürzt.

dpa

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