Dreieinhalb Jahre Haft

Student missbraucht Kinder im Netz

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Über Webcam soll der 25-jährige Student seine minderjährigen Opfer sexuell genötigt haben.

Kempten - Im Prozess um sexuellen Missbrauch von Kindern über das Internet ist der Angeklagte zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zuvor hatte er ein verstörendes Geständnis abgelegt.

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und versuchter Nötigung hat das Landgericht Kempten am Dienstag einen Studenten zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. „Der Angeklagte hat sich über den Computer an jungen Menschen vergangen“, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Dabei sei es die schiere Anzahl von Fällen, die schockiere.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe eingeräumt. Zu rund 70 Mädchen hatte der Student aus Isny in Baden-Württemberg 2011 und 2012 über Internet-Chats Kontakt aufgenommen und sie via Webcam sexuell genötigt. Wie der Verteidiger zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht Kempten sagte, suchte sich der heute 25-Jährige bewusst Kinder aus, weil diese leichter manipulierbar seien.

Einigen der Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren zeigte sich der Angeklagte vor laufender Kamera nackt und nahm vor ihnen sexuelle Handlungen vor. Er brachte einzelne Mädchen dazu, das gleiche bei sich zu tun - andernfalls, so drohte er, werde er den Chatverlauf mit intimen Inhalten und Bildern an Freunde und Bekannte der Mädchen weiterleiten. In mehreren Fällen hat der Student diese Drohung wahr gemacht. Einigen Mädchen hatte er auch mit dem Tod ihrer Mutter gedroht, sollten sie sich ihm verweigern.

Aufgeflogen ist der Student durch die Anzeige einer 13-jährigen Schülerin aus dem Allgäu. Sie hatte sich ihrer Lehrerin anvertraut. Im August 2012 wurde er in seinem Studentenzimmer in Stuttgart festgenommen. In seinem Schlusswort entschuldgte er sich: „Ich bereue es sehr, was ich den Mädchen angetan habe.“

dpa

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