Wanderer stürzt aus dem Lift

Stuttgarter Fußballer retten Rentner das Leben

Kufstein - Trainingslager für Lebensretter: Dank des schnellen Eingreifens von Arzt, Physio, Zeugwart und Spielern der dritten Liga des VfB Stuttgart ist ein 76-Jähriger noch am Leben.

Ein Trainingslager dient immer auch der Teambildung. So gesehen hat das, was die Stuttgarter Mannschaft am Donnerstagnachmittag in Tirol erlebt hat, alle fest zusammengeschweißt. Ein Senior war an der Bergstation in den Kufsteiner Kaiserlift gestiegen, hatte aber Probleme, seinen Rucksack in dem Einer-Sessellift unterzukriegen. Irgendwie rutschte dabei der Rentner aus Rohrdorf (Kreis Rosenheim) aus seinem Sitz und stürzte kurz nach der Bergstation rund sieben Meter in die Tiefe.

Die Fußballer des VfB waren an dem Tag auf einer Bergwanderung und dabei von Kufstein aus aufs Brentenjoch gestiegen. Nach einer Pause und ein paar Erinnerungsfotos wollten sie mit dem Lift wieder talwärts. Sie wären direkt nach dem 76-Jährigen dran gewesen – und mussten alles mit­ ansehen. Der Verletzte lag bei der ersten Stütze der Seilbahn.

„Wir sind dann gleich hingerannt“, erzählt Dr. Mario Bucher der tz. Der 35-Jährige ist nicht nur Mannschaftsarzt der Stuttgarter Drittliga-Fußballer, sondern auch Orthopäde und Unfallchirurg. Genau der richtige Mann am richtigen Ort. „Wir haben versucht, ihn wachzuhalten. Er konnte noch seinen Namen, seine Adres­se und den Namen seiner Begleiterin sagen“, erzählt der Arzt weiter. Sie hätten eigentlich gar nicht viel machen können, sagt er bescheiden, sie hatten ja nur den Notfallkoffer dabei. „Nach fünf Minuten war dann der bereits alarmierte Helikopter da.“ Bis der 76-Jährige transportfähig war, assistierten die VfBler dem Notarzt, holten von der Bergstation einen Sonnenschirm als Hitzeschutz und hielten die Infusionsflasche. Am Freitag teilte die Polizei in Kufstein mit, der Zustand des 76-Jährigen sei stabil.

Viel Glück hatte auch ein 65-jähriger Feriengast, der am Donnerstag mit drei Familienmitgliedern zu einer Watzmann-Tour aufgebrochen war. Nach 14 Stunden war er erschöpft zusammengebrochen (tz berichtete). In der Nacht konnte er von der Bergwacht Ramsau geborgen und dann mit dem Helikopter ausgeflogen werden.

Volker Pfau

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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