Das sagt die Polizei

Tödliche Spinnen? Riesen-Wirbel in Rewe-Supermarkt

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In der Obstabteilung eines Rewe-Supermarktes wurden vermeintlich giftige Spinnen entdeckt

Wilhelmsthal - Schock in Oberfranken: Wegen mutmaßlich giftiger Spinnen bleibt ein Supermarkt in Wilhelmsthal bis auf Weiteres geschlossen.

Das dürfte die Horrorerfahrung für jeden Supermarkt-Mitarbeiter und -kunden sein. Plötzlich krabbelt etwas Großes mit acht Beinen herum – ein haariges Viech, definitiv nicht von hier – Spinnenalarm in Supermarkt! Deswegen rückte Samstagabend sogar ein Großaufgebot an Helfern zum Rewe in Wilhelmsthal (Kreis Kronach) an. Zunächst war dort eine Spinne als hochgefährliche Brasilianische Wanderspinne identifiziert worden. Und es gab die Möglichkeit, dass sich zig Jungtiere im Gebäude aufhielten. Gestern Mittag aber hieß es: halb so wild, das Ding aus dem Markt ist zwar eine Spinne, aber völlig harmlos.

Zunächst war Phobie angesagt. Mitarbeiter hatten schon am Vormittag ein größeres Tier mit einem Körperdurchmesser von vier Zentimetern entdeckt und in eine Tüte gesteckt, dazu wurden gut 30 winzige Jungtiere gefunden. Der Inhaber fragte um Expertenhilfe in der Sache an. Schließlich fand sich ein früherer Besitzer eines Zoogeschäfts, der auch in Spinnen bewandert war. Dieser nahm die Tüte, in der sich die mittlerweile schockgefrostete Mutterspinne befand, zwecks Begutachtung mit – um Stunden später Vollalarm zu schlagen: Es könnte sich um eben jene Wanderspinne handeln.

Die Ausgewachsenen sind wegen ihres Giftbisses für den Menschen sehr gefährlich. Der örtliche Fachmann riet zudem laut BR, sämtliche Waren aus dem Supermarkt zu entfernen und zu verbrennen. Gleichzeitig ging aber die Identifizierung des Tiers weiter. Die Feuerwehr schickte Fotos he­rum, gleichzeitig versuchte auch Rewe, Fachleute zu erreichen. Es fand sich einer im Senckenberginstitut in Frankfurt. Dieser identifizierte das Wilhelmsthaler Exemplar als Riesenkrabbenspinne. Weibchen können zubeißen, was zwar wehtut, aber nicht giftig ist. Riesenkrabbenspinnen leben in tropischen und subtropischen Gebieten, etwa in Australien. Somit hat Frank Fischer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmsthal, recht, wenn er sagt: „Nach meiner Ansicht war es etwas Exotisches, ich habe hier so etwas noch nicht gesehen.“

Die vier giftigsten Spinnen der Welt

  • Sydney Trichternetzspinne: Wenn sich dieses Teil aufbaut, ist Voll­alarm angesagt. Die hochaggressive Spinne lebt in der Gegend von Sydney und gilt als die giftigste. Das Neurotoxin kann binnen einer Viertelstunde zum Tod führen. Mittlerweile gibt es aber ein Gegengift.
  • Brasilianische Wanderspinne: Unser vermeintliches Viecherl aus Wilhelmsthal: Wie die Trichterspinne besitzt die Wanderspinne einen Körperdurchmesser von rund fünf Zentimetern. Bei Bedrohung richtet sich die Spinne auf und sieht dabei aus wie ein Pistolero. Ein Biss kann in seltenen Fällen tödlich enden.
  • Rotrückenspinne (Redback Spider): Sie kommt nur in Australien vor und heißt dort Redback. Ein Biss verursacht unerträgliche Bauchschmerzen. Aber auch die Atmung kann betroffen sein. Es gibt ein Gegengift. Redback heißt auch ein Bier in Australien.
  • Schwarze Witwe: Gegenüber ihren drei Vorgängern ist die wohl bekannteste Spinne nahezu harmlos. Dennoch kann ein Biss der Witwe für Kinder und Ältere tödlich enden. Man fühlt sich depressiv, bekommt Schmerzen, die sich vom Herzen weg ausbreiten. Der Puls rast.

MC

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