Nach Familienstreit

Tochter und Schwiegersohn erschossen - Angeklagter gesteht

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Der Angeklagte vor Gericht in Ingolstadt.

Ingolstadt - Als ein jahrelanger Familienstreit eskaliert, erschießt ein Mann seinen Schwiegersohn und seine Tochter. Zum Prozessauftakt wegen zweifachen Mordes räumt der Rentner die Tat ein.

Wegen Mordes an seiner Tochter und an seinem Schwiegersohn muss sich seit Donnerstag ein 69 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Der Rentner legte zum Prozessauftakt ein weitgehendes Geständnis ab. Es sei zutreffend, dass er seine Tochter und seinen Schwiegersohn erschossen habe, er bedaure die Tat zutiefst, lies der Rentner durch seinen Anwalt erklären. Vorausgegangen sei ein jahrelanger Familienstreit. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord aus Heimtücke.

Laut Staatsanwaltschaft war dem Gewaltverbrechen ein lange andauernder Familienstreit vorausgegangen. Am 18. September eskalierte die Fehde: Nachdem der Schwiegersohn dem damals 68-Jährigen einen Vogel gezeigt hatte, holte der Rentner laut Anklage aus seinem Keller eine Pistole und lud das Magazin mit neun Patronen. Mit der entsicherten Waffe im Hosenbund wartete der Angeklagte vor dem Haus der Opfer in Kösching nahe Ingolstadt.

Als der Schwiegersohn vor das Haus trat, habe der Angeklagte unvermittelt die Pistole gezogen und gezielt auf den 35-Jährigen geschossen, sagte Staatsanwalt Jürgen Staudt. Das bereits getroffene Opfer konnte sich noch ins Innere retten. Der Angeklagte folgte ihm und schoss weiter, auch auf die 39 Jahre alte Tochter. Die Opfer starben noch am Tatort. Wenig später wurde der Rentner in seiner Wohnung festgenommen.

In seiner vom Anwalt verlesenen Einlassung erklärte der Angeklagte, das Verhältnis zu seinem Schwiegersohn sei bereits seit 2014 zerrüttet gewesen. So habe dieser seinen Garten verwüstet, einen Gartenzwerg mit einem ausgestreckten Mittelfinger platziert und ihn mehrfach beleidigt.

Am Tattag habe er zu einer Aussprache mit seinem Schwiegersohn die Pistole mitgenommen, um sich selbst zu schützen. „Dann habe ich einfach rot gesehen und geschossen.“ Auch im Haus habe er weiter geschossen, aber nicht gewusst, dass seine Tochter dort war.

Der Rechtsanwalt des Angeklagten, Jörg Gragert, betonte, seinem Mandanten gehe es körperlich und geistig nicht gut. Ihn erwarte eine Bypass-Operation und er sei bereits vor der Tat wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Insgesamt sind elf Verhandlungstage angesetzt. Es werden mehrere Dutzend Zeugen vernommen und vier Sachverständige gehört. Die Eltern des getöteten Mannes treten als Nebenkläger auf. Das Urteil soll im Juli verkündet werden.

dpa

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