Zurück ins Guinnessbuch der Rekorde

Der Trachtenweltrekord ist zurück in Bayern

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Nein, nicht die Wiesn, sondern ein Festzelt in Straubing: 2779 Männer und Frauen in Lederhose und Dirndl haben den Trachtenweltrekord zurück nach Bayern geholt.

Straubing - Die Bayern sind wieder Trachtenweltrekordler: In Straubing kamen am Donnerstagabend 2779 Männer und Frauen in Lederhose und Dirndl in ein Festzelt - und holten sich so den Sieg.

„Der Rekord ist wieder in Niederbayern, da gehört er ja auch hin“. Festzeltwirt Herbert Resinger ist stolz auf die 2779 Frauen und Männer, die am Donnerstagabend den Trachtenrekord nach Straubing geholt haben. Als Eva Norroy vom Guinness-Buch der Rekorde um 20.45 Uhr das Ergebnis verkündet, gibt es kein Halten in dem Festzelt.

Die Burschen in Lederhose, Trachtenhemd, Weste und Jacke sowie die Mädels im Dirndl, Bluse und Schürze tanzen auf den Bierbänken. Das Festzelt hatte extra einen Tag vor dem Start des traditionsreichen Gäubodenfest geöffnet. Für die Bayern ist damit die Schmach aus dem Vorjahr getilgt, als sich Speyer (Rheinland-Pfalz) die Bestmarke geholt hatte.

„Das wäre doch gelacht, wenn wir die da oben nicht geschlagen hätten“, sagt Helmut Feldmeier aus dem benachbarten Bogen. Er hat die kürzeste seiner vier Lederhose für den besonderen Abend angezogen. „Die habe ich mir extra noch gekauft, weil die anderen im Winter zu eng geworden sind“. Sein Ehefrau Christine hat ausnahmsweise ihr Dirndl aus dem Schrank geholt. „Eigentlich trage ich lieber auch Lederhosen. Dann hätte ich aber nicht an dem Rekordversuch teilnehmen können.“ Auf dem Arm hat sie eine der jüngsten Teilnehmerinnen: ihre sechs Monate alte Enkelin Emily, natürlich im Dirndl.

Schon einige Stunden vor dem Einlass hatten sich Menschenschlangen in Tracht gebildet. Aber nicht nur Niederbayern sind gekommen. Christoph aus Hamburg hat seine Kumpels aus Düsseldorf mitgebracht. Im Schlepptau haben sie Matthew aus Florida, der wohl die weiteste Anreise hatte. „Ich bin fürs Bier gekommen“, sagte er. Und zu seinem Glück gibt es eine Maß für die ersten 2000 Teilnehmer kostenlos. Matthews Augen glänzen als er den Ein-Liter-Krug in der Hand hält. Tracht und Bier gehören nun einmal ins Festzelt in Bayern. Für Matthew, der sich bereits vor vier Jahren eine Lederhose gekauft hatte, hat sich da der Abend schon gelohnt.

Leichte Kritik an dem Wettbewerb äußert der Vorsitzende des bayerischen Trachtenverbandes. „Ich habe generell nichts gegen solche Wettbewerbe und der Rekord gehört schon wieder nach Bayern. Aber der Ausdruck Trachtenweltrekord ist falsch“, betont Max Bertl. Die Tracht sei ein besonderes Gewand, ein besonderes Kleidungsstück, dass auch die innere Einstellung zu der Gegend ausdrücken soll, aus der der Träger kommt. „Zudem fehlt bei Männern und Frauen zu einer vollständigen Tracht der Hut“

Die Straubinger werden nun zwar im neuen Guinness-Buch der Rekorde stehen. Aber wie aussagekräftig ist diese Bestmarke? Beim Oktoberfest in München fassen die großen Zelte bis zu 10 000 Besucher. „Mindestens die Hälfte davon kommen im Dirndl oder Lederhose“, sagt Claudia Bauer von der Wiesn-Pressestelle. Selbst die vielen Zehntausend Besucher aus dem Ausland tragen mittlerweile Tracht. Somit ist wohl München die Trachtenhochburg und nicht Straubing oder Speyer. Für diesen Abend ist das den Straubingern egal. Für sie zählt der Titel. Und der ist ihnen nun sicher.

dpa

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