Trikots, Bier und Wurst: Bayern rüstet sich zur WM

München - Bier, Würstchen, Fernseher und Trikots: Zur Fußball-WM brauchen die Bayern allerlei Zubehör. Das sorgt vor allem bei den Einzelhändlern im Freistaat für klingelnde Kassen.

Wenn im Getränkemarkt die Bierfässchen knapp werden und selbst Couch-Potatoes die Sportgeschäfte stürmen, dann kann das nur eines bedeuten: Bayern bereitet sich auf die Fußball-WM vor - und der Einzelhandel hat sogar schon vor Spielbeginn Grund zum Jubeln. “Je näher das Ereignis rückt, desto mehr Trikots werden gekauft“, sagt Karin Höcker vom Verband des deutschen Sportfachhandels in München. Vom WM-Fieber gepackt würden viele Hobby-Kicker auch wieder Fußbälle kaufen. Der Spielball der Nationalmannschaft sei dabei sogar eine Art Sammlerobjekt.

“Momentan kauft fast jeder zweite Kunde ein Deutschland-Trikot“, berichtet der Mitarbeiter eines Sportgeschäfts in der Münchner Innenstadt. Verglichen mit dem Rest des Jahres sei das “unermesslich viel mehr“. Während der Weltmeisterschaft erwartet er einen weiteren Ansturm.

“Es gibt aber auch Außenseitermannschaften, die den Deutschen gefallen“, meint Höcker. Scheidet die eigene Mannschaft aus, würden viele noch auf andere Trikots ausweichen.

Auch Getränke- und Elektrohändler könnten gute Geschäfte durch die Fußball-WM machen. “Wir gehen davon aus, dass sie sich positiv auswirkt“, sagt Stefan Hertel vom Landesverband des bayerischen Einzelhandels. “Wir hoffen auf positive Effekte im Elektrohandel.“ Bereits in den letzten Monaten hätten sich immer mehr Bayern mit Flachbildfernsehern eingedeckt. “Die meisten sind jetzt ausgerüstet.“

Auch bei den Metzgern könnten in den nächsten Wochen mehr Würstchen über die Theke gehen. “Wir hoffen auf gutes Wetter, damit ordentlich gegrillt wird“, sagt die Mitarbeiterin der Metzgerei in München. “Vor vier Jahren hat man gemerkt, dass alle vor dem Spiel gekommen sind.“ Dafür sei der Laden währenddessen leer gewesen.

Angst, dass auch die Innenstädte während der Spielzeiten wie ausgestorben sind, haben die bayerischen Einzelhändler aber nicht. “Die Deutschlandspiele sind fast immer abends“, sagt Hertel, “und tagsüber müssen ja sonst auch alle arbeiten.“ Allerdings sei das WM- Fieber im Vergleich zum letzten Mal wohl “etwas unterkühlter“. Die Spiele im eigenen Land hätten vor vier Jahren für zusätzliche Euphorie gesorgt.

Deswegen hoffen die Einzelhändler, dass Deutschland es bis ins Finale schafft. Karin Höcker vom Verband Sportfachhandels ist überzeugt: “Je länger Deutschland dabei ist, desto mehr wird alles rund um den Fußball gekauft.“

dpa

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