Urteil: Sechs Jahre Haft für zehnfachen versuchten Mord

Nürnberg - Aus Wut über seine Ex-Freundin hat ein 23-Jähriger ihr Haus angezündet. Dass darin auch Kinder lebten, war ihm "wurscht".

Er wollte sich an seiner Ex-Freundin rächen und hätte dafür auch den Tod anderer Menschen in Kauf genommen: Zu dieser Einschätzung ist das Landgericht Nürnberg-Fürth gekommen und hat einen 23-Jährigen wegen zehnfachen versuchten Mordes zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich wurde ein Alkohol-Entzug angeordnet.

Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass der Mann das Haus, in dem seine Ex-Freundin in Neustadt/Aisch lebte, Ende März 2009 aus verschmähter Liebe angezündet und damit alle zehn Bewohner in Lebensgefahr gebracht hat. Es sei ihm egal gewesen, dass auch andere Menschen hätten sterben können, hieß es in der Urteilsbegründung.

Dem Angeklagten war es "wurscht"

Das Gericht berief sich dabei auch auf Kommentare des Mannes bei der Eröffnung des Haftbefehls. Auf entsprechende Fragen habe er geantwortet, es sei ihm “wurscht“ gewesen, dass auch Kinder in dem Haus geschlafen hätten, als er nachts Feuer gelegt hatte. “So bin ich halt“, habe er ergänzt. Auch die rund 2,0 Promille Alkohol, die der Angeklagte zum Tatzeitpunkt im Blut hatte, änderten nach Ansicht des Gerichts nichts an seiner Schuldfähigkeit. Vielmehr sei der Täter an Alkohol gewöhnt, und es bestehe die Gefahr, dass er unter Alkoholeinfluss erneut Straftaten begehe.

Im Gerichtsverfahren hatte der 23-Jährige zwar gestanden, aber angegeben, er hätte vor der Tat 15 Flaschen Bier getrunken und sei deshalb nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen. Erkenntnissen der Ermittler zufolge war der Mann nachts in das Mehrfamilienhaus eingedrungen, in dem die Ex-Freundin mit ihren drei Kindern lebte. Hier hatte er zwei auf einem Regal stehende Papp- Obstschachteln angezündet. Die Flammen erfassten auch eine Holztreppe, so dass den Hausbewohnern der Fluchtweg versperrt wurde.

Nach Ansicht des Gerichts hat es der Angeklagte nicht verkraftet, dass sich seine frühere Partnerin nach einem halben Jahr Beziehung von ihm getrennt hatte. “Ich komme wieder. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen“, soll er nach Angaben der Frau angekündigt haben.

Rubriklistenbild: © dpa

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