Verbot halbautomatischer Gewehre

Bayerns Jäger in Aufruhr - Landtag will helfen

München - Im März gab es eine gute Nachricht für Wildschweine: Jäger dürfen keine halbautomatischen Waffen mit mehr als zwei Schuss verwenden. Doch das soll nicht das letzte Wort sein. Der Landtag nimmt sich der empörten Jäger an.

Ein höchstrichterliches Verbot halbautomatischer Jagdgewehre versetzt Bayerns Jäger in Aufruhr - nun wollen Landtag und Staatsregierung helfen. Die Staatsregierung soll sich in Berlin dafür stark machen, den Jägern wie bisher die Pirsch mit halbautomatischen Gewehren zu erlauben, wenn sie kleine Magazine mit nicht mehr als zwei Patronen montieren. Das beschloss der Innenausschuss des Landtags am Mittwoch einstimmig. „Wir wollen den Jägern Rechtssicherheit geben“, sagte der Ausschussvorsitzende Florian Herrmann (CSU) nach der Sitzung.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte am 7. März halbautomatische Waffen verboten, die mehr als zwei Patronen aufnehmen können. Nun klagen die Jäger, dass das Urteil die herbstliche Drückjagd auf Wildschweine erschwere. Denn die flinken Sauen sind schwer zu treffen, so dass häufig zwei schnelle Schüsse hintereinander notwendig sind. Die Jäger stehen seit Jahren unter Druck von Bauern und Politik, weil die Wildschweine sich rasant vermehren und Felder, Weinreben und Gärten verwüsten.

CSU hält Änderung des Bundesjagdgesetzes nicht für nötig

Bitter für die Jäger: Schuld an dem Urteil war ein Waidmannskollege aus Nordrhein-Westfalen, der eigentlich das Gegenteil erreichen wollte. Der Mann war vor Gericht gezogen, weil er für Schießübungen auch größere Magazine mit mehr als zwei Patronen verwenden wollte. Der Streit ging bis in die höchste Instanz beim Bundesverwaltungsgericht - und dort verlor der Kläger. Denn im Jagdgesetz des Bundes ist die Zwei-Patronen-Regel festgeschrieben.

Im Innenausschuss fanden mehrere Abgeordnete wenig schmeichelhafte Worte: „ein depperter Jäger“, hieß es parteiübergreifend. Die Freien Wähler mit Fraktionschef Hubert Aiwanger - einem passionierten Jäger - haben eine noch weitergehende Forderung: Sie möchten die Jagdgesetze in Bund und Land so ändern lassen, dass die bisherige Praxis ausdrücklich erlaubt bleibt. Die CSU hält eine Änderung des Bundesjagdgesetzes für nicht nötig.

Halbautomatische Waffen können je nach Modell auch mit größeren Magazinen ausgerüstet werden, doch gab es in der Praxis nach Angaben sachkundiger Abgeordneter bislang keine Probleme mit der Zwei-Patronen-Regel. Fachleute verweisen darauf, dass ein Jäger ohnehin kein Interesse haben kann, die Sauen mit einem Kugelhagel zu durchsieben - weil das Schwein anschließend nicht mehr genießbar wäre. Der Bayerische Jagdverband rät seinen Mitgliedern nun, halbautomatische Gewehre nicht mehr zu verwenden und auch keine neuen zu kaufen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Meistgelesene Artikel

Kinder finden Mega-Schatz beim Spielen - Wem gehört er?

Pocking - Einmal beim Spielen einen Goldschatz finden. Viele Kinder träumen davon. Im Landkreis Passau ist genau das jetzt passiert. Und könnte die …
Kinder finden Mega-Schatz beim Spielen - Wem gehört er?

Polizei stoppt drei Hundetransporter - mehr als 20 Welpen entdeckt

Pocking - Mehr als 20 Hundewelpen in zu engen Kisten oder ohne Impfpapiere hat die Polizei bei Pocking (Landkreis Passau) entdeckt.
Polizei stoppt drei Hundetransporter - mehr als 20 Welpen entdeckt

Mutter und Kind (7) ermordet - war es der Exfreund?

Eching am Ammersee - Nach dem Mord an einer Frau und deren siebenjährigem Sohn aus dem oberbayerischen Eching am Ammersee hat die Staatsanwaltschaft …
Mutter und Kind (7) ermordet - war es der Exfreund?

Kommentare