Zu viel Lärm für Erzieher

München - Die Gewerbeaufsicht deckt die Probleme der Mitarbeiter in Kindertagesstätten auf:

Sie lachen, sie kreischen, sie weinen. Kinder können ordentlich Lärm machen. Und je mehr sie toben, desto drastischer ist die psychische Belastung für die Erzieher. Und die ist sehr hoch.

Das ergab eine Schwerpunktaktion der bayerischen Gewerbeaufsicht, die 2008 und 2009 mehr als 550 Kindertageseinrichtungen untersucht hat. Das sind neun Prozent aller Krippen und Kindergärten. Zusätzlich klagen die Betreuer über körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen. 21 Prozent der Befragten fühlen sich durch den Lärm am Arbeitsplatz „sehr hoch“ , weitere 38 Prozent „hoch“ belastet.

Deshalb forderte Sozialstaatssekretär Markus Sackmann (CSU) die Träger der Einrichtungen auf, schnell zu handeln. „Nur gesunde Erzieher leisten motivierte und engagierte Arbeit“, sagte er. So müssten schon bei der Planung bauliche Maßnahmen zur Raumakustik berücksichtigt werden.

Ein weiteres Problem, das die Untersuchungen aufgedeckt haben: Erzieher leiden häufig an Rückenschmerzen. Die entstehen dadurch, dass sie Kinder herumtragen müssen. Außerdem stehen und sitzen sie täglich in gebeugter Haltung, führen viele Tätigkeiten knieend aus.

Schuld an Rückenschmerzen tragen auch ungeeignete Sitzmöbel sowie in falscher Höhe angebrachte Tische und Auflagen. Die Mitarbeiter benötigten dringend die richtigen Möbel, sagte dazu Sozialstaatssekretär Sackmann.

„Von verbesserten Arbeitsbedingungen profitieren daher nicht nur Mitarbeiter, sondern auch unsere Kinder“, mahnte Sackmann.

Marlene Kadach

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