Warenhaus-Erpresser gesteht

Memmingen - Im Prozess wegen versuchter Erpressung einer Warenhauskette hat der Angeklagte vor dem Landgericht Memmingen am Montag ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Im Prozess wegen versuchter Erpressung einer Warenhauskette hat der Angeklagte vor dem Landgericht Memmingen am Montag ein umfassendes Geständnis abgelegt. Zu Beginn der Verhandlung sprach der 35-Jährige von einem “dämlichen Fehler“, den er begangen habe. Er habe gehofft, an viel Geld zu kommen, um seine von ihm getrennt lebenden Kinder zu sich holen zu können. “Es war reine Verzweiflung und aus Liebe zu meinen Kindern“, sagte er.

 Auf die Idee, ein Warenhaus zu erpressen, sei er durch Berichte über den ehemaligen Kaufhaus-Erpresser “Dagobert“ gekommen, die er im Internet gelesen hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem zweifachen Vater aus dem Ostallgäu vor, im Februar zwei Erpresserschreiben an eine deutschlandweit vertretene Warenhauskette geschickt und darin 20 Millionen Euro gefordert zu haben.

Im Eingangsbereich eines Kemptener Marktes der Kette soll er zudem einen Brand gelegt haben, bei dem ein Schaden in Höhe von 120 000 Euro entstand. In den Briefen gab der Täter an, 50 vergiftete Lebensmittel in den Verkaufsregalen von zehn Märkten der Kette deponiert zu haben. Sobald er das geforderte Geld in den Händen halte, werde er die präparierten Waren aus den Märkten nehmen, hieß es darin. In dem zweiten Schreiben bekannte sich der Täter zu der Brandstiftung in Kempten. “Ich wollte Druck ausüben. Ich wollte aber keinen großen Schaden anrichten.“

Die 66 Jahre alte Mutter des Angeklagten steht wegen Beihilfe vor Gericht. Ihr wirft die Staatsanwaltschaft vor, die beiden vom Sohn geschriebenen Erpresserschreiben vor dem Abschicken korrigiert zu haben. Auch sie räumte die Tat zum Prozessauftakt ein. Ein Urteil sollte am Nachmittag gesprochen werden.

dpa

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