Wegen Volksverhetzung: Williamson muss zahlen

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Oberstaatsanwalt Edgar Zach im Gerichtssaal im Landgericht in Regensburg

Regensburg - Der Piusbruder-Bischof Richard Williamson muss für sein Leugnen des Holocaust zahlen. Das entschied das Landgericht Regensburg jetzt im Berufungsverfahren. Die Geldstrafe fällt allerdings etwas geringer aus. 

Im Berufungsprozess verurteilte das Landgericht Regensburg den 71-Jährigen am Montag in Abwesenheit wegen Volksverhetzung zur Zahlung von 6500 Euro. Der Geistliche der erzkonservativen Pius-Bruderschaft hatte 2008 in einem nahe Regensburg geführten Fernsehinterview den Massenmord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern abgestritten. Dafür war er vom Amtsgericht Regensburg bereits zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Williamson legten Berufung ein.

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Im neuen Prozess hatte die Anklage 12.000 Euro Strafe gefordert - diese Summe (120 Tagessätze zu je 100 Euro) stand bereits in einem ursprünglich beantragten Strafbefehl. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, weil der britische Bischof der Veröffentlichung des Interviews in Deutschland nicht zugestimmt habe. Da es sich um ein Strafbefehlsverfahren handelte, musste Williamson an den Verhandlungen nicht selbst teilnehmen, sondern konnte sich von einem Rechtsanwalt vertreten lassen.

Der Fall hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt. Denn exakt zu der Zeit, als das Interview des schwedischen TV-Senders mit der Holocaust-Leugnung publik wurde, hatte der Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation von Williamson und dreier weiterer Bischöfe der Bruderschaft bekanntgegeben. Der Papst soll jedoch von den Interviewäußerungen nichts gewusst haben.

dpa

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