Vor Gericht

Schlossherr klagt wegen Fledermäusen

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Fledermaus-Graus: Ein Schlossherr möchte das Areal, auf das er vorhat ein Windrad zu bauen, nicht vorher auf Fledermausbestand testen lassen.

München - Ein Schlossherr möchte sich ein Windrad bauen. Der Naturschutz sieht vor, dass er das betreffende Areal erst auf Fledermäuse testen lässt. Das will der Mann nicht und klagt.

Ein Schlossherr aus altem Adelsgeschlecht klagt seit Dienstag vor dem Verwaltungsgericht München gegen Auflagen für die von ihm geplanten Windkraftanlagen. Es geht dabei um den Schutz von Fledermäusen. Das Landratsamt Pfaffenhofen/Ilm verlangt ein sogenanntes Gondel-Monitoring, bei dem das Aufkommen von Fledermäusen und ein mögliches signifikant erhöhtes Tötungsrisiko festgestellt wird.

Bestimmte Fledermäuse sind geschützt

Für bestimmte Fledermäuse, darunter die Zwergfledermaus, gilt nach dem Naturschutzgesetz ein absolutes Tötungsverbot. „Wenn die Zulassungsbehörde ein entsprechendes Risiko feststellt, obliegt es ihr, ob sie Auflagen erlässt und wie sie diese ausgestaltet“, stellte Gerichtspräsident Harald Geiger als Vorsitzender zum Auftakt der Verhandlung klar. Das Gericht habe keinen Entscheidungsspielraum, wenn die Voraussetzung - das Vorkommen der Fledermäuse - erfüllt sei. Diese Voraussetzung habe der eigene Gutachter des Klägers bejaht und ein Gondel-Monitoring vorgeschlagen.

Kläger fordert Vernunft

Kläger-Anwalt Steffen Kautz forderte einen „Maßstab der Vernunft“. Die Behörde habe nicht hinreichend dargetan, warum sie die an seinen Mandanten gerichtete Empfehlung übernommen habe. Kautz sprach von einer „Einschätzungsbürokratie“, die Grenzen haben müsse.

Den Planern der Anlage zufolge ist die im Vier-Wochen-Rhythmus geforderte Auswertung der „Batcorder“-Daten zu aufwendig. Die Kosten jeder einzelnen Auswertung betrage bis zu 30 000 Euro - bei Anschaffungskosten von etwa 20 000 Euro für die Monitoring-Ausrüstung.

Geiger sieht Aufklärungsbedarf. Er setzte eine Frist von sechs Wochen, um die Berechnungsgrundlagen zusammenzustellen und für ihre Prüfung einen Sachverständigen vorzuschlagen. Das Landratsamt soll darüber nachdenken, ob eine andere Fassung der beanstandeten Auflage möglich ist.

dpa

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