Wetter lässt Wachstum pausieren

Sturm und Kälte verzögern Start der Spargelsaison

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Ein Erntehelfer sticht am 28.04.2014 nahe Schönach (Bayern) Spargel. Auf rund 2800 Hektar wird im Freistaat das edle Gemüse angebaut.

Nürnberg - Eigentlich hätte die Spargelsaison schon zum Osterfest beginnen sollen - jetzt aber haben Wetterkapriolen den Plänen der Erzeuger einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Erst rissen Stürme die schwarzen Abdeckfolien von den Feldern, dann bremste winterliche Kälte das Pflanzenwachstum - Wetterkapriolen verzögern derzeit nach Erzeuger-Angaben den Start der Spargelsaison. Sollte sich das Wetter nach Ostern nicht abrupt bessern, werde es in Bayern voraussichtlich erst von Mitte April an preiswerten Spargel geben, schätzen Vertreter der Spargelerzeuger im Freistaat. Erst dann sei mit Preisen von acht bis zehn Euro pro Kilogramm zu rechnen.

„Bei den aktuellen Temperaturen findet derzeit null Wachstum statt“, sagte der Vorsitzende des Spargel-Erzeugerverbandes Franken, Hans Höfler. „Der Spargel legt jetzt eine Pause ein.“ Der Pflanzenstock brauche mindestens 12 Grad Wärme, damit das edle Stangengemüse treibe. Dazu müsse es aber 18 bis 20 Grad warm werden - „vor allem aber brauchen wir Sonne, die den Boden erwärmt“ sagte Höfler.

Weder Höfler noch sein Kollege vom Spargelerzeugerverband Südbayern, Josef Plöckl, rechnen an den Osterfeiertagen mit ausreichend Spargel. „Für Ostern sieht es schlecht aus“, sagte Plöckl. Käufer müssten tief in die Tasche greifen. Bei Direktvermarktern werde der Kilopreis bei bis zu 15 Euro liegen. „Auf dem Münchner Viktualienmarkt und den Verbrauchermärkten ist der Spargel natürlich teurer.“

Zurückgeworfen hat die Spargelbauern zudem der Orkan „Niklas“: „Der hat viele Abdeckfolien weggerissen. Viele Planen hängen jetzt an den Waldrändern. Die müssen jetzt erst wieder mühsam auf den Feldern ausgebreitet werden“, berichtete Plöckl. Dazu müsse sich aber erst der Wind legen. Solange sei auch das Wachstum des Wärme liebenden Spargels gebremst. Vielfach habe der Sturm auch die Metallgestänge von Folientunneln zerstört. „Im Moment müssen die Bauern viel Arbeit in den Spargel stecken, ohne dass Geld in die Kasse kommt“, klagte Plöckl.

Sein fränkischer Kollege Höfler ist allerdings zuversichtlich, dass nach Ostern die Wetterwende kommt. Sonne und deutlich steigende Temperaturen könnten dann einen Teil des Rückstandes wieder wettmachen: „Dann hätten wir ganz rasch viel Spargel“. Derzeit sei die Lage für die Spargelbauern ärgerlich, „aber dramatisch ist sie deshalb noch nicht“. Die Spargelsaison sei noch lang, und solch Wetterkapriolen habe es immer gegeben.

dpa

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