Widerstand gegen NPD-Kundgebungen formiert sich

Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und andere Organisationen - sie alle rufen in diesen Tagen in ganz Bayern zum Widerstand gegen Kundgebungen der NPD auf.

Nürnberg/Bayreuth (dpa/lby) - In Bayern formiert sich Widerstand gegen Veranstaltungen der rechtsextremen NPD. Die Partei plant in den kommenden Tagen in etlichen Städten Kundgebungen. Für diesen Mittwoch haben in Nürnberg Parteien, Verbände, Gewerkschaften und andere Organisationen dazu aufgerufen, gegen die NPD zu demonstrieren. Die Behörden erwarten nach Angaben vom Dienstag bis zu 1000 Teilnehmer zur Gegenveranstaltung. Die Polizei sei gut auf den Einsatz vorbereitet und könne je nach Lage schnell reagieren, sagte ein Sprecher.

Besonders heikel: Die NPD plant nach Behördenangaben einen Infostand ganz in der Nähe eines Tatortes der Zwickauer NSU-Terrorzelle von 2001. In München waren bereits für den späten Dienstagnachmittag eine Kundgebung der NPD und eine Gegendemonstration geplant.

An diesem Mittwoch soll ein Auftritt der NPD in Regensburg stattfinden. Das Bündnis “Kein Platz für Nazis“ will den Rechten dabei Paroli bieten.

Bayreuths sensibler Umgang mit Neonazi-Veranstaltungen

In Bayreuth hat die Stadt am Dienstag eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Bündnisses “Kunterbunt“ für diesen Donnerstag (2. August) genehmigt. Auch die NPD will sich an diesem Tag in Bayreuth treffen. “Bayreuth muss aufgrund seiner Vergangenheit besonders sensibel mit Neonazi-Veranstaltungen umgehen“, teilte das Bündnis “Kunterbunt“ mit und spielte damit auf die Verstrickungen der Bayreuther Festspiele mit der NS-Herrschaft an. “Gerade jetzt in der Festspielzeit ist ein friedlicher, demokratischer und kraftvoller Protest unglaublich wichtig für das Ansehen unserer Stadt.“

Der DGB ist auch in Würzburg aktiv und lädt für diesen Donnerstag zu einer Infomeile unter dem Titel “Würzburg ist bunt - für Demokratie und Toleranz“ ein. Die “Provokation“ einer NPD-Kundgebung werde man nicht “stillschweigend zur Kenntnis“ nehmen, teilte der DGB mit.

dpa

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