45 Hammerschläge: Obdachloser vor Gericht

Würzburg - Mit mindestens 45 Hammerschlägen und 19 Messerstichen soll ein Obdachloser in Würzburg seinen Zimmergenossen ermordet haben.

Vom kommenden Montag (26. April) an muss sich der 35-Jährige vor dem Landgericht der Stadt verantworten. Nach Worten von Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager war das Verbrechen eines der grausamsten in Unterfranken in den vergangenen Jahren.

In dem Prozess geht es nicht um eine Verurteilung des Mannes wegen Mordes. Es ist vielmehr ein sogenanntes Sicherungsverfahren. Weil der Beschuldigte zur Tatzeit unter Wahnvorstellungen litt, soll er dauerhaft in die Psychiatrie kommen. Es gibt keine Anklageschrift, sondern eine Antragsschrift.

Das 39 Jahre alte Opfer hatte mit dem Beschuldigten wenige Wochen zusammen in einem Zimmer eines Obdachlosenheims gelebt. Ende Mai vergangenen Jahres soll der damals 34-Jährige mit dem Hammer auf seinen älteren Kumpanen eingeschlagen haben. Anschließend soll er den Mann gefesselt und zum Sterben ins Bad gezerrt haben. Weil der 39- Jährige am nächsten Tag noch lebte, stach der Tatverdächtige nach Ohlenschlagers Worten mit seinem Taschenmesser 19-mal zu. Die Tortur dauert mehr als zwölf Stunden.

Der mutmaßliche Mörder hatte sich nach der Bluttat selbst der Polizei gestellt. Zum Tatmotiv sagte Ohlenschlager, der Beschuldigte habe sich eingebildet, von seinem Zimmergenossen Jahre zuvor vergewaltigt worden zu sein. Deshalb habe er seinen vermeintlichen Peiniger umgebracht - der 35-Jährige sprach später von Selbstjustiz.

dpa

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