Yvonne darf leben

Mühldorf am Inn - Die Fans der ausgebüxten Yvonne müssen nicht mehr den Abschuss ihrer Lieblingskuh fürchten. Das Landratsamt in Mühldorf am Inn hat die Abschussgenehmigung am Freitag endgültig aufgehoben.

Die Fans der ausgebüxten Kuh Yvonne müssen nicht mehr den Abschuss des prominenten Tieres fürchten. Das Landratsamt in Mühldorf am Inn hat die Abschussgenehmigung am Freitag endgültig aufgehoben. Während seit Wochen in Oberbayern aufwendig und unter großem öffentlichen Interesse nach der Kuh gesucht wird, sind in Unterfranken gleich neun Rindviecher entflohen. Vier Kühe, vier Kälber und ein Bulle könnten Yvonne Konkurrenz machen. Sie entkamen bereits am Donnerstag vergangener Woche (18. August) aus ihrer Weide in Schöllkrippen (Landkreis Aschaffenburg).

“Sie sind schon öfter gesehen worden. Aber sie sind eben gut zu Fuß“, sagte Roland Dölger, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Alzenau, am Freitag und bestätigte damit Medienberichte. Der Landwirt bemühe sich, die Tiere wieder einzufangen, sagte Christine Crohm vom Schöllkrippener Ordnungsamt der Nachrichtenagentur dpa. Einen ähnlichen Rummel wie um Yvonne im mehr als 400 Kilometer entfernten Zangberg wolle man unbedingt vermeiden: “Der Landwirt möchte das auf keinen Fall. Er will Ruhe im Wald haben.“

Ein Tierarzt stehe bereit, um die Tiere zu betäuben, so dass sie wieder zurück auf die Weide gebracht werden könnten. Allerdings gab Crohm zu bedenken: “Je länger die Tiere im Wald sind, desto scheuer werden sie.“

Im fernen Oberbayern hat das Landratsamt unterdessen drei Experten autorisiert, die der Kuh Yvonne einen Schuss mit dem Betäubungsgewehr versetzen dürfen, wie eine Sprecherin der Behörde mitteilte. Schon seit Wochen streunt Yvonne durch die Gegend nahe Zangberg in Oberbayern. Die Abschussgenehmigung war verhängt worden, als Yvonne eine Staatsstraße gekreuzt und vor ein Auto gelaufen war. Vor zwei Wochen war die Erlaubnis zum Abschuss dann ausgesetzt worden.

Vertreter des Gnadenhofs Aiderbichl versuchen seitdem, die Kuh einzufangen - bislang allerdings vergeblich. Das Landratsamt bat nun, “die Kuh möglichst in Ruhe zu ihrem gewohnten Tagesrhythmus kommen zu lassen“.

dpa

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