Zahl der Badeunfälle nimmt drastisch zu

München - Die Zahl der Badeunfälle hat in Bayern in diesem Sommer dramatische Ausmaße angenommen. Seit Pfingsten ertranken im Freistaat 51 Menschen, wie eine am Freitag  veröffentlichte Statistik zeigt.

Im Vergleich zu den Zwischenbilanzen der vergangenen Jahre ist diese Zahl enorm hoch, wie Sprecherin Hanna Hutschenreiter erklärte. Hinzu kämen noch einige Bootsunfälle “Es ist sehr dramatisch, was sich an vielen Wochenenden abgespielt hat“, sagte sie.

Sonne nach Regen besonders gefährlich

Gerade an den sonnigen Tagen nach Regenperioden würden die Menschen oft jegliche Vorsichtsmaßnahmen vergessen. Leichtsinn, Alkohol und extreme Erhitzung seien nach den Beobachtungen der Wasserwacht die häufigsten Ursachen für Badeunfälle. Meist führten Kreislaufprobleme schnell zu lebensgefährlichen Situation. “Wer lange in der Sonne sitzt und dann ins Wasser geht, ohne sich abzukühlen, ist leichtsinnig und riskiert einen Kollaps“, teilte Ulrike Scharf, Vorsitzende der Wasserwacht in Bayern, mit.

Auch die Retter sind gefährdet

Scharf mahnt auch die Helfer zur Vorsicht: “Wer beobachtet, dass ein Mensch Hilfe braucht, sollte sofort einen Notruf unter 112 absetzen.“ Auf keinen Fall dürfe der Helfer aber selbst unbedacht ins Wasser hechten. “Hier sind nur geübte und erfahrene Schwimmer gefragt“, sagte Scharf. Unerlässlich seien zudem Hilfsmittel wie Rettungsringe, Surfbretter, Luftmatratzen oder ein Ast. Daran könne sich der Ertrinkende klammern, um den Retter nicht zu gefährden.

2009 sind in Bayern insgesamt 127 Menschen ertrunken. Die Wasserwacht rettete 187 Menschen das Leben und half 560 Schwimmern sowie 598 Seglern und Surfern. Die Helfer leisteten damit fast 2 Millionen ehrenamtliche Stunden im Wasserrettungsdienst.

Rubriklistenbild: © dpa

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