Rund 1,2 Millionen Euro Schaden

Zoll mit Coup gegen die Schwarzarbeit

Landshut - Ein groß angelegter Betrug mit Schwarzarbeitern beim Bau hat das Hauptzollamt Landshut aufgedeckt. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes System von Scheinfirmen.

Zwei Ehepaare aus Deggendorf und ein Bauunternehmer aus Dresden seien inzwischen zu Haftstrafen verurteilt worden, teilten das Hauptzollamt und die Staatsanwaltschaft Deggendorf am Mittwoch mit. Insgesamt sei ein Schaden von rund 1,2 Millionen Euro entstanden. Ein 66-Jähriger hatte gemeinsam mit seinem Schwiegersohn und dessen Ehefrau ein ausgeklügeltes System von Scheinfirmen aufgebaut. Seit 2008 hatten sie 319 ausländische Bauhelfer als Scheinselbstständige beschäftigt, ohne Sozialversicherungsabgaben zu bezahlen. Außerdem wurde etwa eine Million Euro Steuern hinterzogen. Das Geld verbrauchten die Täter für ihren aufwendigen Lebensstil.

Die ausländischen Arbeiter erhielten lediglich fünf Euro Stundenlohn und wurden für sieben Euro an den Bauunternehmer verliehen. Dadurch hatte dieser konkurrenzlos günstig Aufträge erhalten. Bereits im Mai konnten die fünf Haupttäter festgenommen und insgesamt drei Millionen Euro Bargeld sichergestellt werden. Im vergangenen Dezember wurde der 66 Jahre alte Haupttäter vom Landgericht Deggendorf zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt, sein 38 Jahre alter Schweigersohn erhielt dreieinhalb Jahre. Gegen die anderen Beteiligten verhängte das Gericht Bewährungsstrafen.

dpa

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