Feuerwehrleute verletzt

Brandstifter: Zwölf Jahre Haft nach Gasexplosionen

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Bei der Gasexplosion entstand ein Millionenschaden.

Frankenthal - Mehrere Explosionen richteten einen Schaden von schätzungsweise zehn Millionen Euro an. Ein ganzer Ort in Rheinland-Pfalz wurde geräumt.

Mehr als ein Jahr nach mehreren Gasexplosionen im pfälzischen Harthausen ist ein Mann unter anderem wegen besonders schwerer Brandstiftung zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der 41-Jährige hatte nach Überzeugung des Landgerichts Frankenthal am 28. September 2013 auf dem Gelände eines Gasversorgers zwei Lastwagen angezündet und damit die Explosionen ausgelöst. Beim Löschen waren 17 Feuerwehrleute verletzt worden, einige schwer.

Die Druckwelle hatte Fenster zerstört und Dächer abgedeckt, der Gesamtschaden wird auf etwa zehn Millionen Euro geschätzt. Sicherheitshalber war der etwa 3000 Einwohner zählende Ort in der Nähe von Speyer zeitweise evakuiert worden.

Wie der Vorsitzende Richter Michael Wolpert am Mittwoch sagte, deuteten Facebook-Einträge darauf hin, dass der Angeklagte - ein Schrotthändler aus Mittelfranken - wegen einer Diebstahlsanzeige „einen massiven Groll“ gegen die Familie des Gashändlers hatte. Der Händler habe dem Mann - dem Ex-Freund und früheren Geschäftspartner seiner Tochter - vorgeworfen, Geld weggenommen zu haben.

Das Gericht orientierte sich nach Wolperts Angaben vor allem am Geständnis einer 27 Jahre alten Mitangeklagten. Sie hatte ausgesagt, dem Mann beim Legen des Brandes geholfen zu haben. Sie wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht habe keine Zweifel, dass sie den Mann „wahrheitsgemäß und zu Recht“ belaste, sagte Wolpert.

In die Strafen flossen noch andere Verurteilungen ein. Die Richter sprachen zudem 16 Feuerwehrleuten Schmerzensgeld zu.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchten Mordes an der Familie des auf dem Gelände schlafenden Händlers eine lebenslange Haftstrafe für den 41-Jährigen gefordert. Den Tatvorwurf sah das Gericht aber nicht als erwiesen an.

Die Anwälte des 41-Jährigen kündigten Revision an. Sie hatten auf Freispruch plädiert und dies unter anderem mit fehlenden Beweisen begründet.

dpa

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