Mori Dioubate spielte anspruchsvoll auf der Kora-Harfe und sang ausdrucksvoll dazu
Von GÜNTER SCHÄFTLEIN, Gröbenzell -
Bunte Stände mit Waren und humanitären Anliegen: Es war am Rathausplatz fast wie in einem
afrikanischen Basar voller Leben mit Trommelschlägen, Harfenklängen und Tänzen. Im Don Bosco-Haus erfuhr man viel über die Gegenseite: Mängel, Nöte, völkermordende Auseinandersetzungen und Übergriffe - aber auch vom Überlebenswillen. Afrika braucht Europa. Dringend.
Zum locker-heiteren Bild gehörten die Trommelgruppen, aus Afrika, aus der Martinschule Olching, der Brucker ‚VOILA’: Die afrikanische Modenschau, moderiert von Jeanne-Marie Sindani und Marianne Schneider-Ortmann, präsentierte phantasievolle Gewänder , vorgetragen von jungen Damen, Ehepaaren mit Kind und gemischten Gruppen. Eingestimmt wurde die Mode von Mori Dioubate mit seiner ebenso kraftvollen wie verhaltenen Stimme, begleitet auf der einfühlsamen Kora-Harfe. Der Lisanga-Chor, ein afrikanischer Kirchenchor aus fünf Ländern, sang zur Eucharistiefeier in St. Johann Baptist. Die Gruppe Pamuzinda aus Simbabwe vereinte die kulturelle Vielfalt ihres Landes durch Gesang, Dichtung, Drama und Tanz im Bürgersaal. Aus dem Senegal zeigten Ira Hartmann und Anna Lüttgering im Don Bosco-Haus ihren vergleichenden Film „Europa - Der Traum vom besseren Leben“.
Im Don Bosco-Haus fanden alle Afrika-Informationen im halbstündigen Rhythmus statt. Die Kongolesin Jeanne-Marie Sindani, Leiterin des Vereins UDPC und stv. Vorsitzende der FU im Ortsverband FFB, hätte lieber über erfreuliche Dinge in ihrem Heimatland berichtet. Nicht möglich bei einer derart schwachen Zentralregierung in Kinshasa, der fortschreitenden, korrupten Ausbeutung der Bodenschätze und einer unvorstellbar brutal vorgehenden Miliz-Soldateska, insbesondere in Ostkongo, im Grenzbereich zu Ruanda. Oikocredit Förderkreis Bayern e.V. (1. Vorsitzender Walter Ulbrich, Puchheim) ist innerhalb der intern. Organisation an der Betreuung in 18 afrikanischen Ländern beteiligt.
Das Projekt „Dorfbank“ mit seinem sozialen Investment verhilft durch Kleinkredite überwiegend Frauen zur Selbständigkeit. Sie sind oft die einzige Ernährerin in der Großfamilie. Keine Almosen sondern Kleindarlehen - z.B. für Saatgut - die mit Zinsen nach Ertragslage zurückbezahlt werden. Europäer sind mit ihrer (auch) privaten Kreditbeteiligung höchst willkommen, nehmen damit Einfluß auf die ländliche Entwicklung. Sauberes Trinkwasser für Ghana demonstrierte das Ehepaar Marianne Schneider-Ortmann und Dr. Lothar Ortmann. Sie bereisen das Land regelmäßig, was nicht nur den Kontakt, sondern auch den Fortschritt der eingeleiteten Trinkwasserpumpen/-reservoires fördert. Es ist spannend, in Fotos einem Baufortschritt zuzuschauen, vor allen gemessen an deutschen TÜV-Vorschriften und daran, dass man auf sauberes Grundwasser in normalen Zeiten erst bei 30 Meter Tiefe trifft. Und das wird mit Handpumpen hochgeholt - mit Begeisterung.
Von Gabriela Mayer-Demir, Gröbenzell, vorgestellt: Das verbreitete Beleuchtungsproblem löst Solux e.V. (gegr. 2003) in Entwicklungsländern mit Solarleuchten, die umweltfreundlich und sparsam gesundheitsschädliche, gefährliche Petroleumslampen ablösen. Die robuste Solux-LED-50 leuchtet im Handyformat in 3 Helligkeitsstufen, LED-100 ist in zwei Helligkeitsstufen einsetzbar als Tischlampe oder rundum-Zimmerlicht. Beides mit Akku versehen und stromgespeichert über kleine Solarmodule. Es sind nicht nur Fertigprodukte, sondern auch Bausätze zur einfachen Selbstmontage. Weltweit haben 1,2 Mrd. Menschen keinen Zugang zum Stromnetz. Und: Solux-Module laden auch Handys auf …
Desweiteren referierten Eva-Maria Heerde-Hinejosa über den Tschad mit „Erdöl bringt Armut statt Reichtum“, der Burkiner Hermann Bayala, Markt Schwaben, kam humorvoll auf die intelektuelle Freundschaft und Kommunikation zwischen Bayern und Burkina Faso (Obervolta) und ein dortiges Waisenhausprojekt zu sprechen. Thomas Börner, Oberschweinbach, erlebte mit seiner Hilfsaktion ‚Medizin im Busch’ das neue Liberia nach dem Bürgerkrieg mit der einzigen afrikanischen Präsidentin. Die Familie Günter Fürch, Gröbenzell, zeigte den Videofilm „Andy-Fürch-House“ als Unterstützung eines Krankenhauses in Tansania - in Erinnerung an die Stiftung ihres bergverunglückten Sohnes Andreas.
An den Ständen stellten mit ihren humanitären Anliegen aus: u.a. Aktiv für Afrika e.V., Damian Versand, Deutsch-Tansanischer Freundeskreis e.V., Fairer Handel: Arbeitskreis St. Johann Baptist und AK Mammendorf, Help Liberia e.V., Initiative Le Courage au Togo, Initiative Straßenkinder Mozambique, Misereor, PIT Togo Hilfe e.V., Plan International, Schule Mbulu Tansania. Ohne das Engagement der Veranstalter ‚Eine Welt Gruppe Gröbenzell e.V.’ sowie ‚Nord-Süd-Forum Fürstenfeldbruck’ und hier insbesondere Jürgen Schulz, wäre dieser „Tag für Afrika“ nicht zustande gekommen: Er wurde stark durch das Landratsamt FFB, die Gemeinde und die Pfarrei St. Johann-Baptist Gröbenzell - und Landrat Thomas Karmasin als Schirmherrn unterstützt. Für Rückfragen zur Organisation der zahlreichen deutschen Unterstützer und Institutionen steht Jürgen Schulz unter Tel. 08141- 4045872 zur Verfügung.
Walter Ulbrich, Puchheim, am Stand der Oikocredit Förderkreis Bayern e.V. Alle Fotos: Günter Schäftlein
Die Brucker Trommelgruppe VOILA bei der Eröffnung des Afrika-Tages
Ein ‚Häuptling’ trat eindrucksvoll in Aktion
Hermann Bayala, Markt Schwaben, beschwor humorvoll die Freundschaft von Bayern zu Burkina Faso
Eine schöne Gröbenzeller Einheit: Rathausplatz, Kirche St. Johann Baptist und Don Bosco Haus
Marianne Schneider-Ortmann und Dr. Lothar Ortmann kümmern sich um sauberes Trinkwasser in Ghana
Afrikanische Mode, vorgestellt von Ehepaaren, Mädchen und Gruppen
Kongolesischer Familienverbund - nur die Buben wollten nicht so recht
Wie kann man die steigende Gewaltbereitschaft in Verbindung mit Alkoholexzessen bei Jugendlichen eindämmen?
Ob Gewaltbereitschaft bei Demonstrationen, Übergriffe im öffentlichen Nahverkehr oder Prügeleien nach Alkoholgenuss: die steigende Gewalt beunruhigt Polizei, Eltern und Erzieher. Am 05.05.2012 gegen 24.00 Uhr gerieten zwei Gruppen Jugendlicher bzw. Heranwachsender nach dem Frühlingsfestbesuch in der direkt angrenzenden Jakob-Groß-Straße tätlich aneinander, wobei ein 16jähriger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck von einem 19jährigen aus Fürstenfeldbruck im Gesicht verletzt wurde. Beamte der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck sowie des Einsatzzuges Fürstenfeldbruck trennten die Gruppen bevor weitere Eskalationen geschehen konnten und leiteten die Körperverletzungsverfahren ein. Wie erst jetzt im Rahmen einer Zeugenvernehmung bekannt wurde, wartete der 16jährige gegen 0.45 Uhr auf dem Bahnhof Fürstenfeldbruck, als er in der dortigen Unterführung erneut von dem 19jährigen und einem weiteren Täter angegriffen wurde und dabei weitere Verletzungen im Gesicht erlitt. Der weitere Täter ist vermutlich ein 16jähriger aus Fürstenfeldbruck, der ebenfalls in der ersten Schlägerei in der Jakob-Groß-Straße dabei war. Worauf die Motivation für den zweiten Angriff, trotz vorheriger Aufnahme aller Personalien durch die Polizei, zurückzuführen ist, ermittelt nun der Einsatzzug Fürstenfeldbruck: Wegen dem zweiten Angriff wird ein weiteres Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung einlgeleitet. Was können Eltern, Schule und
die Gleichaltigen gegen Gewalt-Exzesse von Jugendlichen unternehmen?