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Embedded Systems sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – Veranstaltung beim Brucker Flaggschiff ESG


Nachricht von: Kreisbote
Fürstenfeldbruck, 27.01.2012 12:00


Hans-Georg Frischkorn, der neue Leiter der Division Automotive der ESG, und Jacqueline Preußer, Analystin des F.A.Z.-Instituts für Management-, Markt- und Medieninformationen, sowie Dr. Thomas Pfenninger stellten die Ergebnisse des Branchenkompass 2011 Future Embedded Systems vor und gaben zugleich einen Einblick in die Zukunftsprojekte ihrer Divisions. Foto: Dieter Metzler
Von DIETER METZLER, Fürstenfeldbruck -
Embedded Systems – eingebettete Systeme – sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Man findet sie in allen Bereichen unseres Lebensalltags, ohne, dass wir sie so wirklich wahrnehmen. Schon heute arbeiten 90 Prozent der Mikroprozessoren nicht in Computern, sondern eingebettet in Alltagsgegenständen, komplexen Geräten und Systemen. Im Fall von komplexen Gesamtsystemen findet man sie in der Automobilindustrie ebenso wie in der Luft- und Raumfahrttechnik, im Bereich Defense, der Medizintechnik, Umwelt- und Energietechnik sowie in vielen anderen Branchen. Sie entwickeln sich zu einer der wichtigsten Querschnittstechnologien des 21. Jahrhunderts. Deutschland gehört neben den USA und Japan zu den größten Herstellern von Embedded Systems weltweit.

Doch es gilt, nachhaltige Dienste, Lösungen und Märkte weiter zu erschließen. Aus diesen Gründen ist die „Nationale Forschungsagenda Cyber-Physical Systems“, kurz agendaCPS entstanden, ein Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und von Wissenschaftlern gemeinsam mit Verbänden und Wirtschaftsvertretern durchgeführt wird. Die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH aus Fürstenfeldbruck engagiert sich im Rahmen dieses Projektes.
Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten am 26. Januar der neue Leiter der Division Automotive, Hans Georg Frischkorn und von der Division Aerosystems, Dr. Thomas Pfenninger, beide von der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH aus Fürstenfeldbruck sowie die Analystin des F.A.Z. –Instituts für Management-, Markt- und Medieninformation, Jacqueline Preußer aus Frankfurt, zunächst den Branchenkompass 2011 „Future Embedded Systems“ vor und informierten zugleich über die Zukunftsprojekte der ESG.

100 Entscheider – 50 aus der Automobilbranche und 50 aus der Luftfahrt - wurden beim Branchenkompass zu ihren Strategien und konkreten Maßnahmen im Bereich der Embedded Systems befragt. In den kommenden fünf Jahren erwartet das Gros der Befragten im Vergleich zur deutschen Gesamtwirtschaft höhere Zuwachsraten, Pessimisten hinsichtlich der Wachstumserwartungen sind kaum zu finden, informierte Preußer. Mit der rasanten Zunahme der Embedded Systems stehen aber auch die zunehmende Komplexität sowie Effizienzgesichtspunkte im Fokus. Standardisierung heißt hier das Schlagwort, aber auch Synergien durch branchenübergreifende Entwicklungen und Auslagerung von Entwicklungsleistungen sollen die Kosten senken.

In der Automobilbranche und der Luftfahrt seien derzeit der Einsatz von vernetzten Funktionen und erhöhte Safety- und Securityanforderungen bei Embedded Systems vorherrschend. Standardisierung der Produkte, aber auch der Produktentwicklung soll bei der Entwicklung von Embedded Systems die Herstellungskosten senken und eine Verbesserung des branchenübergreifenden Einsatzes bringen. Die Standardisierung der Softwareentwicklung gilt als eine große Herausforderung im Markt.
Die Befragten aus der Automobilbranche und der Luftfahrt sind sich weitgehend einig, dass die Auslagerung von Entwicklungsleistungen bei Embedded Systems weiter zunehmen wird. Dabei ist für viele auch eine Verlagerung von Entwicklungsleistungen ins Ausland denkbar. Immer kürzere Entwicklungszyklen und ein hoher Spezialisierungsgrad, aber auch Synergieeffekte bei branchenübergreifenden Entwicklungen sind hier die treibenden Faktoren.

In der Automobilindustrie basieren bis zu 70 Prozent aller Innovationen auf integrierter Elektronik und der zugehörigen Software, informierte Frischkorn. Immer neue Funktionen werden in Autos realisiert und damit Differenzierungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern geschaffen. Durch die rasante Zunahme der eingebetteten Systeme in einzelnen Produkten werde die Koordinierung der Funktionen immer wichtiger. Für neue Funktionen müssen sich Embedded Systeme untereinander oder aber auch mit Infrastruktureinrichtungen vernetzen. Die Sicherheitsanforderungen – Safety (funktionale Sicherheit) und Security (Systeme von außen schützen und Sicherheit der Daten) – gewinnen immer stärker an Bedeutung.
Die seit dem 1. Januar bei der ESG geschaffene Division Automotive hat zum Ziel, globale Netzwerke intern und extern zu nutzen und globaler Partner für Hersteller und Zulieferer zu sein. Die ESG bietet eigene hardware-unabhängige, innovative Softwarefunktionen und Lösungsbausteine für Assistenzsysteme. Safety ist dabei ein besonderer Fokus. Beispiel Online Calibration: Kameras werden vollautomatisch justiert und gewährleisten so die Betriebssicherheit der Assistenzfunktion.
Technisch gesehen gebe es zur Luftfahrzeugbranche keine so wirklich großen Unterschiede, nur die Historie sei eine andere, meinte Dr. Pfenninger. Hier habe sich „Embedded Systems“ im Laufe der Jahre „eingeschlichen“. So habe man schon bei der Entwicklung des Tornados vor 40 Jahren „Embedded Systems“ so gesehen gar nicht wahrgenommen. Jetzt arbeiten Zweidrittel der Mitarbeiter im Luftfahrzeugbereich an diesen „Embedded Systems“ mit.

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