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Neues ökumenisches Spitzengremium aus allen Konfessionen im Landkreis FFB - Christenrat FFB/Emmering mit 22 haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern


Nachricht von: Kreisbote
Fürstenfeldbruck, 05.01.2012 12:00


im Pressegespräch über den neuen „Christenrat“ im Dekanat FFB/Emmering: (v.li.) Diakon Dr. Peter Artmann, Dekan Stefan Reimers, Dekan Albert Bauernfeind und Pastor Gerd Ballon.Foto: Günter Schäftlein
Von GÜNTER SCHÄFTLEIN, Landkreis –

Landkreis - Der von 22 haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern im Dekanat FFB/Emmering gebildete „Christenrat“ (CR) aus katholischen, evangelischen, orthodoxen und freikirchlichen Kirchengemeinden will „gemeinsame christliche Positionen zu gesellschaftlich relevanten Themen in der Öffentlichkeit vertreten“. Ein ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen wird am 20. Januar um 19 Uhr in St. Bernhard, FFB, gefeiert.

Zum Pressegespräch im ev. Pfarramt der Erlöserkirche Fürstenfeldbruck stellten sich zur Verfügung: Dekan Stefan Reimers (ev.-luth. Dekanat FFB), Dekan Albert Bauernfeind (röm.-kath. Dekanat FFB), Pastor Gerd Ballon (Freie Evangelische Gemeinde FFB) und Diakon Dr. Peter Artmann (Kath. Pfarrei St. Magdalena im PV Fürstenfeld). Im „CR“ sind bisher die Pfarreien St. Magdalena und St. Bernhard in FFB sowie St. Johannes der Täufer in Emmering für die kath. Kirche, Erlöser- und Gnadenkirche in FFB sowie Versöhnungskirche in Emmering für die ev.-luth Kirche, die Freie Evangelische Gemeinde in FFB und die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in FFB vertreten. Die für den „Christenrat“ entsandten männlichen und weiblichen Mitglieder sehen sich als ein meinungsbildendes, aber auch gestaltendes Beratungsgremium. Zuständig für ca. 28.000 Christen im Dekanat - und möglicherweise ja auch weitergehend für die rund 80.000 katholischen und 42.000 evangelischen Christen im Landkreis, die im übrigen ja bereits über 60 Treffen in einzelnen lokalen Aktionsgemeinschaften absolvierten.

Dekan Bauernfeind nannte die gelebte christliche Ökumene „Keine Beliebigkeitsadresse … Sie muß von Menschen mit Herz auf den Weg gebracht werden.“ Dekan Reimers sah in ihr den Raum, „in dem Menschen eine Basis für ihr Engagement finden“. Ökumene bedeute aber auch kein christliches Wischi-Waschi: „Wir müssen dabei auch christliche Grenzen aufzeigen.“ Dies bedeute auch die Ablehnung konfessioneller Randgruppen. Pastor Ballon fragte, fast besorgt, „Wo beginnen die Grenzen?“ Und folgerte: „Wir werden nicht immer alles unter einen Hut bringen.“ Ballon sieht aber die „kleine Ökumene“ als funktionsfähiger an nach dem ökumenischen Kirchentag 2011. Diakon Dr. Artmann, zuversichtlich: „Der Name „Christenrat“ steht für Einheitliches und bereits Erreichtes!“

Auch Dekan Reimers befand, nicht das Trennende zu sehr zu betonen: „Wir sind gemeinsam Christen - über das unterschiedliche Nachdenken hinaus …“ So könnte der „Christenrat“ spannende Fragen angehen, breit gefächert im gesellschaftlichen Rahmen, auch ohne Referenten. Dekan Bauernfeind, gefragt nach der Linie seiner kirchlichen Obrigkeit: „Ökumene ist auch eine Frage der Klugheit. Man muß das nicht an Personen festmachen. Machbar ist Vieles - wenn man es nicht gerade an der Eucharistie festmacht.“ Praktisch für ihn überlegenswert und machbar die Gedenkdaten und -tage im Kirchenjahr: Ein religiöser Rahmen zum Nationalen Feiertag am 3. Oktober. Eine Stärkung des Pfingstfestes. Die Berücksichtigung des Holocaust-Gedenkens. „Wie können wir einem gemeinsamen Inhalt gerecht werden? Jesus hat die ihn umgebende Gesellschaft nicht getrennt, sondern aufgebrochen für das Gemeinsame.“

Diakon Dr. Artmann ergänzte mit „Die ganze Christenheit ist nicht römisch-katholisch, evangelisch-lutherisch, orthodox, sondern hat Christus zum Fundament. Christus ist ein menschenfreundlicher Fundamentalist.“ Dekan Reimers überlegt kritisch: „Was haben die Menschen davon, dass wir hier vor ihnen stehen? Die Menschen sollen durch uns Orientierung gewinnen. Und Unterschiede können durchaus auch ein Gewinn sein.“ Durch den „Christenrat“ sollte das gemeinsame Tun und Leben erfahrbar werden. „Wir arbeiten hier in Fürstenfeldbruck schon gut zusammen!“ Pastor Ballon wünscht sich für den einzelnen Menschen, dass er in den Grenzsituationen des Lebens Christus und den Glauben an ihn erfährt.“ Dekan Bauernfeind wünscht sich das gemeinsame Zeugnis, "dass wir Christen sind. Das führt zu mehr Lebensqualität!“ Ökumene wäre nicht da zum Aussuchen, sondern vollziehe sich als notwendig. Mit dem gemeinsamen Gottesdienst am 20. Januar in St. Bernhard vollzieht sich für Dekan Reimers kein Aktivismus, sondern eine spirituelle Verständigung. Ein deutliches Zeichen für ein weiteres Zusammenfinden.

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