Der »Ski-Bruce Willis« – Didier Cuche wurde verabschiedet
GAP – Didier Cuche ist ein ganz besonderer Abfahrer. Er gewann nicht nur zum zweiten Mal nach 2004 ein Abfahrtsrennen auf der Kandahar-Strecke, sondern es ist auch seine Abschiedstour. Bei der Startnummernauslosung machte er Fotos von den Zuschauern. „Ich gebe ehrlich zu, dass ich mir nun mehr Souvenirs mit nach Hause nehme“, sagte er. Der Altstar genießt heute längst Kultstatus, der gelernte Fleischhauer, der als erster Skifahrer die Auszeichnung „Schweizer des Jahres“ bekam ist aus dem Holz, aus dem Publikumslieblinge sind. „Wir begrüßen den Bruce Willis des Skisports“ rief ihm Stadionsprecher Roman Roell entgegen.
Mit seinem dritten Saisonsieg stellte der Routinier im heurigen Abfahrtsduell Schweiz – Österreich auf 5:0. Cuche wird offenbar immer besser, je älter er wird: Nach seinem Triumph in Kitzbühel am Wochenende zuvor siegte er nun auf der Kandahar. Es war sein 20. Weltcup-Sieg. „Ob es jetzt 19 oder 18 oder 20 sind, das ist nicht so wichtig. Ich fahre nicht Zahlen hinterher, aber ich gebe schon zu: Ich bin froh über den fünften Sieg in Kitz“, sagte er. Cuche ist mit fünf Siegen alleiniger Rekordhalter auf der Streif. Cuche selbst möchte mit seiner fünften Abfahrtskugel „Au revoir“ sagen. „Wir überlegen, ob ich wirklich bei allen Riesen starte“, erklärte er einen möglichen Verzicht auf vereinzelte Riesentorläufe.
Cuche ist ein Perfektionist, das zeigte er auch in Garmisch-Partenkirchen: Er schaute sich ganz lange die Strecke am Morgen beim Befahren an und wählte einen Ski, der im oberen Bereich langsamer, dafür im unteren Bereich schneller war. Als ihn Gerd Rubenbauer nach dem Überreichen des Geschenkkorbs von der Bühne entlassen und die Pressekonferenz beenden wollte, fragte Cuche die Journalistenschar: „Gibt es noch Fragen?“ Cuche tritt eben professionell und respektvoll auf. Übrigens bedankte er sich am Abend vor dem Rennen noch persönlich im Rennbüro dafür, dass seine Eltern einen Sitzplatz auf der Tribüne bekommen hatten – ein besonderer Sportler, der im kommenden Jahr fehlen wird.
Didier Cuche wurde mit werdenfelser Wurstspezialitäten verabschiedet.